09.09.2004 - Lärmbelastung erhöht das Herzinfarktrisiko

Lärm ist gesundheitsschädlich für das Herz: chronische Lärmbelastung gefährdet auch das Herz und macht es anfälliger für einen Herzinfarkt

Lärm ist gesundheitsschädlich. Chronische Lärmbelastung gefährdet auch das Herz und macht es anfälliger für einen Infarkt. Verbesserter Lärmschutz am Arbeitsplatz könnte das Herzrisiko bei Männern senken. Frauen, die in lärmbelasteter Umgebung leben, bleibt nur der Umzug in ruhigere Gegenden.

Chronische Lärmexposition führt zu Alarmreaktionen des Körpers, zu erhöhten Catecholaminspiegeln im Blut, zu heftigen Blutdruckschwankungen und Veränderungen der Plasmalipidwerte. Alle genannten Faktoren können zur Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit beitragen.

Mediziner des Instituts für Sozialmedizin an der Charité in Berlin hatten im Rahmen der NaRoMI- Studie (Noise and Risk of Myocardial Infarction) zwischen 1998 und 2001 insgesamt 4.115 Patienten untersucht, die mit einem akuten Herzinfarkt in 32 Berliner Krankenhäuser eingewiesen worden waren. Das Durchschnittsalter der Männer/Frauen betrug 56/ 58 Jahre.

Dabei wurde einerseits die subjektive Lärmbelastung auf einer fünfteiligen Skala abgefragt, andererseits untersuchten die Forscher auch die objektive Lärmbelastung im Wohnumfeld und am Arbeitsplatz (10-Jahre-Arbeitsplatz-Lärmbelastung) der Betroffenen. Die gewonnenen Daten wurden mit kardiovaskulären Risikofaktoren und soziodemographischen Kenngrößen abgeglichen.

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Die Analyse ergab, dass Belastungen durch Umweltlärm (Straßenlärm, Lärm durch Flugzeuge und Eisenbahnen, Industrie- und Baulärm) zu einem um 1,4fach erhöhten Herzinfarktrisiko bei Frauen führen, im Vergleich zu nicht-lärmexponierten Frauen – Männerherzen erwiesen sich als unempfindlicher für solche Lärmbelastungen. Chronische Lärmbelastung am Arbeitsplatz ließ hingegen das Herzinfarktrisiko von Männern 1,36fach ansteigen.

Der Studienleiter Prof. Willich wies auf den Unterschied dieser Geschlechterdifferenz für die Prävention hin: "Das Risiko für Männer lässt sich durch geeignete Lärmschutzmassnahmen am Arbeitsplatz durchaus realistisch verringern. Aber betroffenen Frauen zu raten, doch in eine ruhigere Gegend zu ziehen, ist wohl eine nicht so einfach umsetzbare Empfehlung." (Dr. Eberhard J. Wormer)

Quelle: Willich  SN et al., Noise exposure and the risk of myocardial infarction, Abs 3497, European Society of Cardiology (ESC), ESC Congress 2004, München, 28.8–1.9.2004

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