01.07.2011 - Hodenkrebs: Besonders junge Männer betroffen

Früherkennung durch Selbstuntersuchung

Wer denkt schon in jungen Jahren an Krankheiten und Gefahren? Vor allem bei Veränderungen, die unbemerkt bleiben oder eine tabuisierte Thematik betreffen, verschwenden die meisten keine Gedanken an Erkrankungen. Besonders für junge Männer gilt, bösartige Veränderungen am Hoden frühzeitig zu erkennen und gezielt zu therapieren, weiß Dr. Reinhold Schaefer, praktizierender Urologe und ärztlicher Geschäftsführer der Uro-Gmbh Nordrhein, einem Zusammenschluss von niedergelassenen Urologen.

„Tückisch an Hodenkrebs ist zum Einen, dass Betroffene die schmerzlosen Veränderungen häufig gar nicht wahrnehmen. Zum Anderen bleibt es zwar eine seltene Krankheit, bildet in der Altersklasse der 15 bis 25-Jährigen aber die häufigste Krebsart“, erläutert der Urologe. Vergrößerte Hoden oder ertastete Knoten deuten auf einen Tumor hin. „Betroffene leiden in der Kindheit häufig an einem angeborenen Hodenhochstand oder gehören zur Risikogruppe aufgrund von Erkrankungen in der Familie.“ Als bewährte Methode zur Frühentdeckung von Tumoren dient eine Selbstuntersuchung der Hoden. Berührungsempfindliche Hoden, Flüssigkeitsansammlungen oder tastbare Knoten sollte ein Facharzt abklären. „Durch eine Ultraschall-Untersuchung weisen wir nach, wo Ursachen für eine Schwellung liegen. Bluttests geben zusätzlich Auskunft, ob erhöhte Blutwerte auf Hodenkrebs hindeuten, da Hodentumore verstärkt Eiweiße und Hormone produzieren“, so Dr. Schaefer. Eindeutige Bestätigung einer Krebsdiagnose erhalten Urologen jedoch erst mithilfe einer Gewebeprobe.

Im Anschluss hängt der Therapieverlauf vom Stadium des Tumors ab. Nimmt ein Karzinom weniger als dreißig Prozent des Hodenvolumens ein, erhält ein operativer Eingriff den Hoden. Überschreiten Tumore diese Größe, entfernen Urologen den betroffenen Hoden. Einbuße in der Fruchtbarkeit erfahren Patienten erst durch Entfernung beider Hoden, was jedoch nur in wenigen Fällen geschieht. Je nach Diagnose können auch Bestrahlung oder Chemotherapie notwendig sein. „Heilungschancen bei Hodenkrebs sind jedoch äußert gut und die Gefahr, dass nach einer Heilung der gesunde Hoden erkrankt, verschwindend gering“, erklärt Dr. Schaefer. Konsequente Nachkontrolle beim Urologen gilt für Betroffene als äußerst wichtig, um Rückfällen oder Folgeerkrankungen vorzubeugen. Experten empfehlen Betroffenen, die Veränderungen am Hoden bemerken, unbedingt eine fachärztliche urologische Untersuchung.

In Deutschland ist Hodenkrebs der häufigste Tumor bei unter 50-Jährigen. Wird Hodenkrebs rechtzeitig entdeckt und behandelt, z.B. durch Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie bzw. eine Kombination aller drei Möglichkeiten, ist er heilbar. Unbehandelt ist die Erkrankung tödlich.