25.08.2004 - Krieg um ausländische Patienten

Patientenvermittler "German Health" schuldet Hamburger Uni-Klinik 2,1 Mio Euro

Die Kooperation zwischen der German Health GmbH und der Hamburger Uni-Klinik Eppendorf (UKE) endete jetzt in einem handfesten Rechtsstreit. Der Wettbewerb um zahlungskräftige Patienten fordert damit erste Opfer.

Darunter hat vor allem der Ruf der Patienten-Vermittlungsagentur German Health gelitten. Wurde noch 2002 in der renommierten Wochenzeitung "Die Zeit" über die Erfolge der German Health GmbH berichtet, so reichte die Hamburger Uni-Klinik am vergangenen Dienstag gegen das Fürther Unternehmen Klage ein. Der Vorwurf: Nicht bezahlte Außenstände von 2,1 Mill. Euro. Nach Angaben seines Sprechers hat das UKE  im Auftrag von German Health ca. 500 Patienten behandelt. Erstattet wurden jedoch nur die Kosten  für 300 Patienten.

Noch schlimmer wiegt der Vorwurf der Untreue: Durch Vermittlung von German Health hat das UKE  bei vier bulgarischen Kindern eine Lebertransplantation durchgeführt. Das Geld für die Operationskosten wurde durch eine Spendenaktion aufgebracht. Bisher hat das UKE  für seine Leistungen jedoch keinen Cent erhalten.

German Health schlägt allerdings zurück und wirft dem UKE vor, nicht nur seine Mitarbeiter abzuwerben, sondern durch eine Rufmordkampagne den ehemaligen Vertragspartner vom Markt drängen zu wollen. Vor allem hätte das UKE gegen den im Oktober 2001 geschlossenen Exklusivvertrag verstoßen. Deshalb hätte die Patienten-Vermittlungsagentur seit 2002 sämtliche Zahlungen storniert.

Ob der Rechtsstreit dem Fürther Unternehmen schadet ist fraglich. Angeblich wurde German Health von einem Ägypter gekauft und soll jetzt in "Arabic Health" unbenannt werden. Der ursprüngliche Internet-Auftritt www.german-health.de wird mittlerweile durch einen anderen, neuen Anbieter betrieben. (Holger Schmidt)


© Medizinische Enzyklopädie 2010