10.07.2004 - Darmkrebs: Stuhltest senkt Sterblichkeit
Wer mindestens einmal jährlich einen Test auf okkultes Blut im Stuhl durchführen lässt, kann sein Risiko an Darmkrebs zu sterben um ein Drittel senken
Wer mindestens einmal jährlich einen Test auf okkultes Blut im Stuhl durchführen lässt, kann sein Risiko, an Darmkrebs zu sterben, im Vergleich zu Menschen, die darauf verzichten, um ein Drittel senken.
Schon länger ist bekannt, dass Darmkrebs-Screening mit einem Test auf okkultes Blut im Stuhl (zum Beispiel Haemoccult) zur Absenkung der Sterblichkeit beitragen kann. Französische Ärzte prüften nun, ob ein Überlebensvorteil durch Stuhltests auch dann noch erzielt wird, wenn in der betreffenden Region sehr gute Bedingungen zur Diagnose und Therapie von Darmkrebs verfügbar sind.
In eine bevölkerungsbasierte Studie waren 91.199 Bewohner Burgunds im Alter von 45 bis 74 Jahre eingeschlossen, die einen Stuhltest bzw. keinen Stuhltest hatten durchführen lassen. Tests erfolgten ohne irgendeine Beschränkung der Ernährung und wurden zur Analyse in ein Zentrallabor eingeschickt. Befunde von insgesamt 6 Screening-Runden standen zur Verfügung. Bei positivem Testergebnis wurde eine Darmspiegelung (Kolonoskopie) empfohlen. Das gesamte Studienkollektiv wurde nach Studienbeginn bis zu elf Jahre lang nachbeobachtet.
Knapp 70% hatten mindestens einmal und etwa 40% der Teilnehmer 5 bis 6 mal Stuhlproben testen lassen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer kam mit dem Stuhltest zurecht, bei Wiederholungstests erhöhte sich die Akzeptanz noch. Nach dem ersten Test wurden bei durchschnittlich 2,1%, in Folgetests bei 1,4% der Teilnehmer positive Befunde festgestellt. Die Sterblichkeit von Teilnehmern, die sich hatten testen lassen, war im Vergleich zur ungetesteten Bevölkerung signifikant geringer. Wer mehr als einmal getestet worden war, profitierte von einem noch größeren Überlebensvorteil.
Nimmt man die Ergebnisse anderer Studien hinzu, ist davon ausgehen, dass durch zweimal jährliche Stuhltestung die Darmkrebssterblichkeit merklich reduziert werden kann. Vor dem Hintergrund der ermutigenden Ergebnisse dieser Untersuchung ist bereits eine Studie gestartet worden, in die ein Viertel der gesamten französischen Bevölkerung eingebunden ist. (Dr. Eberhard J. Wormer)
Quelle: Faivre J et al., Reduction in colorectal cancer mortality by fecal occult blood screening in a French controlled study, Gastroenterology 126 (2004) 1674–1680
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