09.07.2004 - Mehr Potenz durch Khat
Natürliche Potenz-Helfer: Blätter des Khat-Baumes enthalten Stoffe, die die Spermienreifung und das Befruchtungsvermögen fördern
Männer, die ihre Zeugungskraft verbessern möchten, können möglicherweise schon bald auf eine ungewöhnliche pflanzliche Ressource zurückgreifen: Blätter des Khat-Baumes enthalten Stoffe, die die Spermienreifung und das Befruchtungsvermögen fördern.
Khat (Qat, Catha edulis) gehört zu einer Familie von Baumgewächsen (Calastraceae), die etwa 55 Arten umfasst, kommt bevorzugt in Ostafrika vor und kann bis zu 25 Meter hoch wachsen. Die leicht bitter schmeckenden Khat-Blätter werden traditionell gekaut und wirken stimmungsaufhellend (euphorisierend). Wissenschaftler des Londoner King˚s College fanden nun heraus, dass in den Blättern auch Wirkstoffe enthalten sind, die die Spermienreifung und die Befruchtung eines Eies begünstigen.
Die Forscherin Lynn Fraser erklärte anlässlich des europäischen Kongresses für Reproduktionsmedizin in Berlin: "Wir denken an die Entwicklung von Produkten, die von Männern oder auch Paaren benutzt werden können, bei welchen das Kinderkriegen nicht klappt."
Khat-Wirkstoffe könnten auch zur Behandlung von Unfruchtbarkeit zusätzlich eingesetzt werden. In Studien mit tierischem und menschlichem Sperma zeigte sich, dass in Khat amphetaminartige Substanzen (Phenylpropanolamine, PPA) enthalten sind, die den letzten Schritt des Spermienreifungsprozesses stimulieren. Aus vorläufigen Ergebnissen von Untersuchungen geht hervor, dass PPA in geeigneter Dosierung zur Verbesserung der natürlichen Fruchtbarkeit beitragen könnten. Zunächst muss jedoch die Wirkung von PPA auf Funktionen der Eierstöcke, Hoden und der Spermienreifung noch genauer erforscht werden.
PPA anderer Herkunft werden bereits heute in rezeptpflichtigen und rezeptfreien Arzneiprodukten, etwa Nahrungsergänzungsmitteln zur Gewichtsabnahme oder in der Asthmatherapie, eingesetzt. (Dr. Eberhard J. Wormer)
Quelle: European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE), 20th Annual Meeting, Berlin, 27.–30.6 2004
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