08.03.2006 - Reisemedizinische Beratung in der hausärztlichen Praxis muss geplant sein

Individuelle Gesundheitsleistungen: Die reisemedizinische Beratung birgt einige besondere Probleme

Der Schwerpunkt der reisemedizinischen Beratung liegt sicherlich bei impfpräventablen Erkrankungen. Dabei gilt es neben ggf. notwendigen Auffrischung von Standardimpfungen reisespezifische Impfungen, wie gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Frühsommer-Meningoenzephalitis, Meningokokken, Typhus, Tollwut, Cholera und japanische Enzephalitis zu besprechen und abhängig vom Reiseziel, der Reiseart und der Unterbringung mit dem Impfling zu besprechen.

reisemedizinischen Beratung: Senegal

Einen Sonderstatus nimmt dabei die Gelbfieber-Impfung ein, die nur von staatlich zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen durchgeführt werden darf. Es empfiehlt sich vor Beginn der Impfungen einen Impfplan zu erstellen, der dann im vor der Reise zur Verfügung stehenden Zeitraum abgearbeitet werden kann.

Weiterer Schwerpunkt der reisemedizinischen Beratung ist die medikamentöse Vorbeugung vor Malaria. Hierbei gilt es eine individuell adäquate Malaria-Prophylaxe auf der Basis der Empfehlungen der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft zu verordnen.

reisemedizinische Beratung: Senegal

Desweiteren sollte der Reisende über länderspezifische Gesundheitsrisiken beraten werden, die von der nötigen Vektorprophylaxe mit Repellenzien, Nahrungsmittelhygiene bis hin zum richtigen Sonnenschutz reichen. Eine Voraussetzung für eine fundierte Beratung ist ein reisemedizinisches Länderinformationssystem, auf das der Arzt Zugriff haben sollte.

Der Reisende muss vorab darauf hingewiesen werden, dass die durch den Arzt erbrachten Leistungen wie auch die Impfstoffe und Malaria-Prophylaktika nicht von den Gesetzlichen Krankenkassen getragen und daher auf der Basis der GOÄ privatärztlich liquidiert werden.

Reisemedizin- VAE EMirate - Foto: mediXtra

Diese ärztlichen Tätigkeiten fallen daher unter die so genannten IGeL-Leistungen ("Individuelle Gesundheitsleistungen"). Dazu gehört üblicherweise auch die serologische Überprüfung des Immunstatus gegen impfpräventable Erkrankungen vor oder nach einer Impfung.

reisemedizinische Beratung: Sri Lanka

Die reisemedizinische Beratung birgt einige besondere Probleme. Dies sind zum Beispiel die Kenntnis von Einreisevorschriften und Einfuhrbeschränkungen bei der Mitnahme von Medikamenten.

Ferner werden unter Umständen Impfstoffe verwendet, die in Deutschland nicht zugelassen sind, wie die Vakzine gegen japanische Enzephalitis. In diesen Fällen bedarf es einer besonderen Aufklärung des Patienten. (Prof. Dr. med. Tino F. Schwarz, Facharzt für Labormedizin, Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Würzburg)

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