South-Beach-Diät: Die Variante der Atkins-Diät wurde vom US-Kardiologen Arthur Agatston entwickelt, als er eine aus medizinischen Gesichtspunkten "gesunde" Ernährungsweise für seine Herzpatienten erstellte. Nach Agatstons Wohnort in Florida wurde später auch seine Diät genannt: South-Beach-Diät. Wir befragten Dipl. oec. troph. Anke Petruschka, wie die South-Beach-Diät funktioniert, welche Risiken es gibt und worauf man achten sollte.
21.06.2004 - South-Beach-Diät aus ernährungs-medizinischer Sicht
South-Beach-Diät ist eine weiterentwickelte Form der Atkins-Diät - Experten-Interview: Ist die South-Beach–Diät geeignet das Körpergewicht zu reduzieren?
Ist die South-Beach – Diät geeignet das Körpergewicht zu reduzieren?
Petruschka: Ja, das aufgenommene Fett sättigt und macht auch unbeliebte Lebensmittel, wie Gemüse, schmackhafter. Zudem enthält sie viel pflanzliche, aber wenig tierische Fette. Weiter kommen in der South-Beach Diät viel Gemüse (Stichwort Vitamine, bioaktive Inhaltsstoffe, Ballaststoffe) und Fisch (Stichwort: Jod und Omega-3-Fettsäuren) vor. In ihrer extremsten Form (Phase 1) ist sie jedoch nur kurzfristig, also maximal 14 Tage empfehlenswert.
Was für Risiken gibt es, und auf was sollten Übergewichtige achten?
Petruschka: Die Risiken liegen in der Zusammensetzung der Kost. Nährstoffreiche und lange sättigende Lebensmittel wie Kartoffeln oder Reis werden gemieden. Obst und 100%-Saft sollen insbesondere in Phase 1 ausgeschlossen werden. Sie enthalten jedoch viele Vitamine und bioaktive Inhaltsstoffe.
Wenn Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte weggelassen werden, zum Beispiel in Phase 1 der Diät, fehlen die wichtigen Ballaststoffe, und da Fett von allen Nährstoffen am meisten Kalorien enthält darf also insgesamt eher weniger gegessen werden. Im Zweifelsfall Gemüse- und Obstkonzentrate sowie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Warum nimmt man ab, trotz großer Mengen an Fett in Phase 1?
Petruschka: Wie Atkins begründet auch Dr. Arthur Agatston die Abnahme damit, dass beim Fehlen von Kohlenhydraten, ausschließlich Fett zur Energiegewinnung genutzt wird. Die Kost hat außerdem kaum eine Wirkung auf den Insulinspiegel.
Auch ist das Sättigungsgefühl bei einem Fett - Eiweißgemisch relativ hoch, und es ist eine hypokalorische Kost. Hinzu kommt, dass sich die Personen oft unwohl und schlecht fühlen, sowie einen Ekel vor fettreichen Lebensmitteln entwickeln, was letztlich zu einem verringerten Appetit und einer geringeren Aufnahme an Lebensmitteln führt.
Eignet sich diese Kostform für eine dauernde Anwendung?
Petruschka: Nein, zumindestens nicht in Ihrer Zusammensetzung der Phasen 1 und 2. Am besten ist es gleich in die 3. Phase einzusteigen, um unnötige Belastungen des Körpers zu vermeiden. Dabei sollte man für einige Wochen auf alle Lebensmittel, die zu einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels führen, also Fast Food, Fertiggerichte, Weißmehlprodukte, Limonaden und alkoholische Getränke (insbesondere Bier) verzichten.
Hierdurch wird der Stoffwechsel bereits auf "langsame" Kohlenhydrate eingestellt. Bevorzugt werden sollten stattdessen Kohlenhydrate, die langsam ins Blut aufgenommen werden, zum Beispiel Vollkornbrot, Naturreis, Pellkartoffeln und Vollkornnudeln.
Richten Sie Ihren Speisezettel nach den Empfehlungen für die 3. Phase aus, d.h. viel Gemüse und Salat, 2 Portionen Obst pro Tag, täglich Vollkornprodukte, fettarmes Fleisch und ergänzen Sie dies durch 2 bis 3 Portionen Milchprodukte pro Tag (zum Beispiel Jogurt, Dickmilch, Buttermilch). Diese Phase kann theoretisch ein Leben lang angewendet werden, denn sie unterscheidet sich nicht wesentlich von allgemeinen Ernährungsempfehlungen. (Dipl. oec. troph. Anke Petruschka)
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