15.06.2007 - Fatburner – Fettabbau - Übergewicht

Fettabbau. Immer mehr Menschen sind zu dick in Deutschland +++ Fatburner +++ mit Übergewicht gehen eine Reihe von Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck einher

Fatburner - Fatburner - Chili - Capsaicin
Capsaicin - "der Scharfmacher" in Paprika und Chilli - fördert durch Mobilisierung von Fettreserven den Fettabbau

Immer mehr Menschen sind zu dick in Deutschland. Laut Robert-Koch-Institut sind bereits 52 bis 56% der Frauen und 66 bis 67% der Männer übergewichtig. Mit Übergewicht gehen eine Reihe von Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck einher.

Eine dauerhafte Gewichtsreduktion ist also ganz im Sinne der Erhaltung der Gesundheit und damit auch im Hinblick auf ein gesundes Altern. Doch Gewichtsabnahme ist nicht gleich Gewichtsabnahme. Entscheidend ist nicht nur eine Verminderung der Kilos, sondern insbesondere der Abbau von Fettmasse, denn die gefährdet vor allem die Gesundheit. Am effektivsten lässt sich Fettmasse mit einer ausgewogenen gesunden Ernährung und viel Bewegung abbauen.

Daneben ist es interessant zu wissen, dass auch körpereigene Hormone den Fettabbau beeinflussen können. Um bei jeder Gewichtsreduktion seine Körperzusammensetzung im Auge zu behalten, bietet sich die Bio-Impedanz-Analyse an. Mit dieser Messung kann einfach und schnell die Fett- beziehungsweise Magermasse bestimmt werden.

Wir befragten Dipl. troph. Susanne Sonntag zum Thema Fatburner und Fettabbau.

Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff "Fettabbau"?

Sonntag: Der Fettabbau ist ein Verbrennungsvorgang in unserem Stoffwechsel, der unerlässlich für die Energieversorgung unseres Körpers ist. Hormone, bestimmte Substanzen in Lebensmitteln und Bewegung können diesen Vorgang positiv oder auch negativ beeinflussen.

Welche körpereigenen Hormone fördern den Fettabbau?

Sonntag: Zu den Hormonen, die die Fettverbrennung ankurbeln gehören das Wachstumshormon, das Glukagon und bestimmte Schilddrüsenhormone. Das Wachstumshormon wird von unserer Hirnanhangdrüse produziert und ist für das Längenwachstum vor der Pubertät verantwortlich. Doch auch bei Älteren übt das Wachstumshormon noch Funktionen aus. Während des Schlafens sorgt es dafür, dass Fett aus den Fettzellen abgebaut und in Energie umgewandelt wird.

In der Bauchspeicheldrüse wird das Hormon Glukagon - ein Gegenspieler des Insulin - gebildet. Bei einem Abfall des Blutzuckerspiegels unter einen bestimmten Wert, bewirkt das Hormon einen Anstieg der Blutglukose. Dabei wird auch Fett aus Fettzellen freigesetzt und zur Energiegewinnung genutzt.
Schilddrüsenhormone fördern neben dem Wachstum und der Gehirnreifung auch die Steigerung des Grundumsatzes, indem sie den Abbau von Glykogen und Fett steigern.

Gibt es auch Hormone, die sich hemmend auf den Fettabbau auswirken? 

Sonntag: Das Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin besitzt hinsichtlich des Fettabbaus genau gegenteilige Wirkungen im Vergleich zu den oben genannten Hormonen. Ein hoher Insulinspiegel führt dazu, dass Fettzellen vermehrt Fett und Glucose speichern, wodurch der Fettabbau gehemmt wird.

Durch welche Maßnahmen kann man den Hormonspiegel günstig beeinflussen?

Sonntag: Mit dem so genannten Dreimahlzeitenkonzept unterliegt der Insulinspiegel geringeren Schwankungen als bei mehreren kleinen Mahlzeiten. Denn nach jedem Essen schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus, das neben der Regulation des Blutzuckerspiegels und des Hungergefühls auch für die Bildung von Fettreserven verantwortlich ist. Bei nur drei Mahlzeiten, die idealerweise in einem Abstand von fünf Stunden aufeinander folgen sollten, hat der Körper relativ lange Phasen mit einem niedrigen Insulinspiegel, in denen er Fett abbauen kann.

Dinner Cancelling stellt eine weitere Möglichkeit dar, den Hormonspiegel günstig zu beeinflussen und damit den Fettabbau zu fördern. Lässt man das Abendessen aus, wird Wachstumshormon in größeren Mengen freigesetzt, was durch eine kalorienreiche Abendmahlzeit eher verhindert wird. Wenn bereits zweimal die Woche auf das Abendessen verzichtet, kann man diesen positiven Effekt erzielen.

Gibt es einzelne Substanzen in Lebensmitteln, die den Fettabbau fördern können?

Sonntag: Zu den diskutierten Substanzen zählen hier beispielsweise Carnitin und Capsaicin. Carnitin ist ein Nahrungsinhaltsstoff, der zum einen von unserem Körper selbst produziert wird, zum anderen nehmen wir ihn auch über unsere Nahrung auf. Carnitinreiche Lebensmittel sind vor allem tierische Produkte wie beispielsweise Fleisch. Carnitin besitzt eine besondere Rolle im Fettstoffwechsel. Es transportiert die Fettsäuren in die Mitochondrien - den Kraftwerken der Zellen -, damit sie dort verbrannt werden und so Energie liefern können.    

Capsaicin - "der Scharfmacher" in Paprika und Chilli - fördert durch  Mobilisierung von Fettreserven den Fettabbau. In einigen Tierstudien konnte dieser Effekt bereits nachgewiesen werden. Für Kaffee und MCT-Fette gibt es entsprechende Hinweise, das die Thermogenese heraufgesetzt wird.  

Welchen Einfluss hat die Bewegung auf den Fettabbau?

Sonntag: Ausreichend Bewegung ist ein entscheidender Faktor beim Fettabbau. Viel Bewegung kurbelt den Fettstoffwechsel zusätzlich an, da mehr Energie verbraucht wird. Am besten eignen sich Ausdauersportarten wie Joggen, Walken und Schwimmen. Idealerweise sollte man dreimal wöchentlich zwischen 30 und 60 Minuten trainieren, denn erst nach 30 Minuten schaltet unser Körper von der Kohlenhydrat- auf die Fettverbrennung um. (Dipl. troph. Susanne Sonntag)

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