Einleitung   Walking bzw Walken: Bereits vor 2400 Jahren stellte Hippokrates fest: "Gehen ist die beste Medizin." Heute ist diese einfachste Form der körperlichen Aktivität durch die Vielzahl von Joggern völlig zu unrecht in den Hintergrund gerückt. Seit sich aber die Amerikaner des Gehens angenommen und ihm einen neuen Namen verpasst haben, ist weltweit eine Trendsportart im Kommen: Das Walking! In den USA hat der Gesundheitssport mit einigen Millionen aktiven Walkern und Walkerinnen die Sportart Jogging bereits "überholt".
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Walken kann jeder, ob jung oder alt, dick oder dünn. Viele Ärzte empfehlen vor allem älteren Menschen, Übergewichtigen und sportlichen Neueinsteigern zu "Gehen" anstatt zu "Rennen", da es einen optimalen Einstieg in das Ausdauertraining darstellt und das Gehtempo leichter der individuellen Belastbarkeit angepasst werden kann. Überforderungen des aktiven und passiven Bewegungsapparates können vermieden, überflüssige Pfunde gefahrlos und fast nebenbei abtrainiert werden.

Obwohl Walking mehr als unser alltägliches Gehen ist, ist die Technik sehr einfach. Prinzipiell handelt es sich um schnelles, sportliches "Marschieren" mit besonders betontem Armeinsatz, dass heisst  bewusstem Schwingen der angewinkelten Arme in Gehrichtung (gegengleich). Die Belastungsintensität kann durch Zusatzgewichte in Form von Hanteln oder Gewichtsmanschetten für Hand- und Fußgelenke (Weight-Walking) oder ein Treppentraining gesteigert werden.

Walking - so geht´s

Der Freizeit- und Breitensport Walking darf allerdings nicht mit der Wettkampfsportart "Gehen" verwechselt werden, bei der Höchstleistungen nach internationalen Standards angestrebt werden. Extreme Hüftrotationen, mit denen die Wettkampfgeher versuchen, kurze Bodenkontaktzeiten zu erreichen und dadurch das Tempo zu erhöhen, werden beim Walken vermieden, dass heisst das typische und schädliche "Hüftwackeln" bleibt aus.

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Da es beim Walken, im Gegensatz zum Joggen, keine "Flugphase" gibt, weil immer mindestens ein Fuß die Erde berührt, kommen Verletzungen von Muskeln, Bändern und Gelenken praktisch nicht vor. Aus orthopädischer Sicht und im Hinblick auf die Prävention von Verletzungen bietet diese Sportart durch den dynamischen Bewegungsablauf ohne relevante Stauchbelastungen der Gelenke also die ideale Möglichkeit, auf schonende Art und Weise das Herz-Kreislauf-System und damit die Ausdauer zu trainieren.

Spaß, Fitness, Gesundheit und Individualität, d.h. die eigene Leistung und persönliche Ziele, stehen dabei im Vordergrund. Es kann je nach Gusto, gemütlich oder flott, meditativ und entspannend oder schnell und "powervoll" gegangen werden. Inzwischen gibt es das Walking sogar in vielerlei Variationen, zum Beispiel als Hill-Walking, Nordic-Walking, Power-Walking und Walking im Wasser. Nordic-Walking mit Stöcken stärkt zusätzlich die Muskulatur des Oberkörpers. Egal für welche Form des Walkens Sie sich entscheiden, "gehen" Sie es an - besser heute als morgen! (Meike Bürklein, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Sportwissenschaften, Abteilung Sportmedizin)

© Medizinische Enzyklopädie 2010


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