| Einleitung | Jogging, Laufen, Joggen Der Laufsport bzw. Jogging erfreut sich heutzutage großer Beliebtheit und ist aus orthopädischer und sportmedizinischer Sicht empfehlenswert, rückenfreundlich und gehört zu den natürlichsten und am wenigsten verletzungsgefährdenden Sportarten für den Menschen, wenn auf die richtige Trainingsunterlage, das richtige Schuhwerk und natürlich die richtige Technik geachtet wird. Regelmäßiges Joggen ist ein ideales Herz-Kreislauf-Training. |
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Es verbessert die Ausdauer, ökonomisiert den Stoffwechsel, vergrößert das Atemvolumen, trainiert das Herz, stimuliert das Immunsystem, setzt Glückshormone frei und befreit von Stress.
Stauchungen, schädliche Rotationsbewegungen und Überstreckungen der Wirbelsäule bleiben aus, so dass es zu einer Förderung der Bandscheibenernährung und positiven Anpassungen sowohl des aktiven als auch des passiven Bewegungsapparates kommt. Die Gesamtleistungsfähigkeit des Organismus wird gesteigert. Bei jedem Schritt bzw. bei jeder Landung des Joggers auf einem Bein werden Sprung-, Knie- und Hüftgelenke mit einem Mehrfachen des Körpergewichtes belastet.
Wer die richtige Technik vernachlässigt, belastet nicht nur unnötig seinen Kreislauf, sondern schadet auch seinen Gelenken. Die Folge können Schmerzen, Verstauchungen und Knochenbrüche sein. Übergewichtige, die "abspecken" und etwas für ihre Gesundheit tun wollen, sollten daher nicht mit Jogging beginnen, sondern ihre Leistungsfähigkeit kontinuierlich steigern und dem Körper, zum Beispiel durch Walking, Radfahren oder Schwimmen, auf gelenkschonende Weise die Möglichkeit geben, sich an die Belastung zu gewöhnen.
Asphaltierter oder betonierter Untergrund sowie Strecken mit starken Steigungen und Gefällen sollten aufgrund von Stauchbelastungen, die bei falscher Lauftechnik auftreten können, gemieden werden. Das Laufen auf weichen, ebenen Wiesen oder Waldböden beugt einer übermäßigen Beanspruchung von Wirbelsäule und Gelenken vor.
Die Laufschuhe sollten bequem sein, festen Halt bieten und über eine rutschfeste, stoßdämpfende Sohle verfügen. Neben dem richtigen Untergrund und Material ist die Lauftechnik entscheidend für ein verletzungsfreies Training. Der Fuß sollte möglichst mit der Ferse aufgesetzt und dann der ganze Fuß abgerollt werden. Die Füße heben dabei nur wenig vom Boden ab. Kleine Schritte sparen Kraft und tragen dazu bei, die Gelenke zu schonen. Die Körperhaltung ist aufrecht und leicht nach vorne gebeugt. Die angewinkelten Arme schwingen im Laufrhythmus mit, während die Hände zu einer lockeren Faust geschlossen sind.
Integrieren Sie das Lauftraining an mindestens zwei Tagen der Woche fest in Ihren Alltag. Als Neueinsteiger sollten Sie Ihre Trainingszeiten schrittweise erhöhen und die Pausenzeiten (Gehpausen) dabei allmählich reduzieren. Während des Laufens sollten Sie sich wohl fühlen und nie außer Atem kommen, dass heisst es sollte stets eine Unterhaltung möglich sein. Zur Kontrolle der Belastungsintensität über die Herzfrequenz, die laut einer Faustregel bei 180 minus Lebensalter liegen sollte, können Sie Pulskontrollen in den Erholungsphasen und nach Beendigung der Belastung vornehmen.
Wie bei allen Sportarten ist auch vor dem Lauftraining ein adäquates Aufwärmprogramm ratsam. Oberschenkel und Leistengegend sollten stets gründlich gedehnt werden. Nach Belastungsende ist im Rahmen des "Cool-down" ein intensives Stretching-Programm empfehlenswert. (Meike Bürklein, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Sportwissenschaften, Abteilung Sportmedizin)
© Medizinische Enzyklopädie 2010
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