05.04.2010 - FSME: Virusinfektion durch Zecken in Deutschland
Frühsommer-Meningoenzephalitis: starker Anstieg der Erkrankungszahl
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene meldepflichtige Virusinfektion, welche durch das FSME Virus aus der Familie der Flaviviren verursacht wird. Nach erfolgter Infektion entwickelt ungefähr jeder Dritte Krankheitserscheinungen.
Auf, wie grippeartige Symptomen mit Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Nach etwa 1 bis 3 Wochen entsteht bei etwa 10% der Infizierten eine Meningoenzephalitis, in vereinzelten Fällen kann es zum Koma kommen. Insbesondere bei älteren Patienten kommt es zu bleibenden neurologischen Ausfällen. Selbst nach schweren Verläufen kann es zur völligen Heilung kommen. Die Erkrankung führt bei 1 bis 2% der Erkrankten mit ZNS-Beteiligung zum Tod.
Das Risiko durch einen Zeckenstich mit FSME infiziert zu werden, ist jedoch in den endemischen Gebieten in Deutschland unterschiedlich hoch. Aktuell unterscheidet man Endemie-, Risiko- und Hochrisikogebiete. Neueinstufungen als Risikogebiet erfolgen in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden der betroffenen Kreise und Länder.
Daher sollte auch in Gebieten, in denen die FSME nicht als endemisch gilt, bei entsprechender Symptomatik an diese Diagnose gedacht werden. Diese kann durch den Nachweis des Virus im Blut während der akuten Phase der Infektion erfolgen (Anzucht oder PCR), oder durch serologische Nachweisverfahren, wobei Kreuzreaktionen zu anderen Flaviviren zu beachten sind. Eine Therapie für FSME existiert nicht.
(FSME-Infografik oben - Stand 2007) Als sicherster Schutz vor einer FSME gilt die aktive Impfung. In Deutschland sind zwei aktive Totimpfstoffe für Erwachsene seit Jahren im Einsatz. Auch für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr sind Impfstoffe zweier Hersteller verfügbar. Die heute zugelassenen Impfstoffe zeichnen sich durch eine sehr gute Verträglichkeit wie auch eine hohe Immunogenität aus. Mit der Grundimmunisierung wird in über 99% eine wirksame Seroprotektion vor einer FSME aufgebaut.
Die Zeitpunkte der notwendigen Auffrischimpfungen divergieren in Abhängigkeit des angewendeten Impfschemas. Neben dem konventionellen Langzeitimpfschema stehen zwei Schnellimmunsierungsschemata zur Verfügung. Die Schnell-Immunisierungsschemata sind besonders für Personen aus Nichtendemiegebieten angeraten, die sich kurzfristig zu einer Reise in ein Risikogebiet entschlossen haben.
(Prof. Dr. med. Tino F. Schwarz, Gelbfieber-Impfstelle, Facharzt für Labormedizin, Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Würzburg/ Schlußredaktion: Dr. Andreas Nitsche, Robert Koch-Institut, Zentrum für Biologische Sicherheit).
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