Gut drei Viertel der bayerischen Bevölkerung sind nicht ausreichend gegen FSME geimpft, einer lebensgefährlichen Virusinfektion, die durch einen Zeckenstich auf den Menschen übertragen wird. Lediglich 24,8% verfügen über eine erfolgreiche Grundimmunisierung und somit über einen sicheren Schutzaufbau. Das sind Ergebnisse der von der GfK HealthCare durchgeführten Studie "FSME-Durchimpfungsrate in Deutschland 2006".
Im Rahmen der Untersuchung zur Zeckenimpfung in Deutschland hat sich gezeigt, dass mit 24,8% im Jahr 2006 zwar 2,2% mehr Bayern als noch im Jahr zuvor gegen die von Zecken übertragbare Krankheit geimpft wurden. Allerdings gelten rund zwei Drittel aller bayerischen Landkreise als FSME-Risikogebiete.
Nach Altersgruppen betrachtet zeigen sich bei der Zeckenschutzimpfung in Bayern deutliche Unterschiede: Am besten geschützt sind Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Ein Drittel von ihnen (33%) ist ausreichend
geimpft. In der Altersklasse der 40- bis 49-Jährigen hingegen haben sich mit 22,5% deutlich weniger Menschen gegen FSME impfen lassen. Über eine so genannte unvollständige Grundimmunisierung verfügt insgesamt jeder siebte Bayer (15,5%), das heißt, die Personen hatten in der Vergangenheit mit der Impfung begonnen, diese aber dann nicht weitergeführt und somit den Impfschutz letztlich verloren.
Betrachtet man die vollständige Grundimmunisierung – also drei FSMEImpfungen in bestimmten Zeitabständen – bei den 19- bis 59-Jährigen getrennt nach Geschlecht, so sind auch hier deutliche Unterschiede zu erkennen: Während mehr als ein Viertel der Frauen (26%) vollständig geimpft
sind, lag die vollständige Grundimmunisierungsrate bei den Männern lediglich bei 20,3%. Gerade in dieser Altersgruppe treten jedoch die häufigsten Erkrankungen auf.
Die Studie macht auch starke regionale Unterschiede sichtbar: Die Spannweite der Durchimpfungsraten reicht von 0% im nordbayerischen Landkreis Kronach bis zu 72% im südbayerischen Landkreis Altötting. Eine spürbare Motivation für die Entscheidung zu einer FSME-Impfung scheint dabei ein bereits erfolgter Zeckenstich zu sein. Die erfolgreiche Grundimmunisierung bei Personen, die sich im Befragungszeitraum an einen Zeckenstich in den letzten 12 Monaten erinnern konnten, lag bei knapp 38%.
Oftmals ist den Bürgern das Erkrankungsrisiko aufgrund eines Zeckenstichs nicht richtig bewusst. Obwohl wie erwähnt rund zwei Drittel aller Landkreise stark gefährdet sind, gibt weit über ein Drittel der Befragten an, keine Zeckenschutzimpfung durchgeführt zu haben, da sie in keinem Risikogebiet wohnen würden. In einigen Landkreisen, die wie zum Beispiel der nordbayerische Landkreis Hof als FSME-Risikogebiet eingestuft sind, geht sogar mehr als die Hälfte der Bürger von dieser falschen Annahme aus. Als einen weiteren Grund, sich gegen das Impfen zu entscheiden, nannten 23,1% der Befragten die Angst vor Impfkomplikationen – obwohl die FSMEImpfung als gut verträglich gilt.
Für die Aufrechterhaltung ihres Impfschutzes hätten im Jahr 2006 14,9% aller Bayern zur Impfung kommen müssen. Tatsächlich gingen nur 8% wieder zum Arzt. Das bedeutet, dass im vergangenen Jahr durch fehlende Nachsorge 6,9% der Bayern ihren eigentlich bestehenden Impfschutz wieder verloren haben.
Für die repräsentative Studie "FSME-Durchimpfungsrate in Deutschland 2006" sind im Sommer vergangenen Jahres 44.078 Personen, davon 7.508 Personen in Bayern, schriftlich befragt worden. Im Fragebogen gaben die Teilnehmer unter anderem das exakte Datum der am kürzesten zurückliegenden Impfungen laut Impfpass an.
Die Ergebnisse der Studie wurden heute im Rahmen einer Pressekonferenz unter dem Titel "Zeckensaison 2007 – Es kann jeden treffen!" im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz vorgestellt.