26.01.2007 - Frauen und Paare optimal auf die Geburt vorbereiten

Gute Körpererfahrung erleichtert die Geburt - Der kleine Unterschied: Frauen- und Paarkurse

Aus der Sicht werdender Mütter besteht das größte Problem der Geburt in der Lösung der Frage: Wie komme ich mit den Schmerzen zurecht? In der Geburtsvorbereitung arbeiten Hebammen daher mit den Frauen gezielt daran, ihren Körper bewusst zu erfahren und auf ihn zu vertrauen. "Sie lernen ihre körperlichen Möglichkeiten kennen und gewinnen so mehr Sicherheit, bei der Geburt der Schwerstarbeit standzuhalten", so Hanna Fischer. Die erfahrene Hebamme gibt seit 20 Jahren Geburtvorbereitungskurse sowie Seminare für Hebammen. Jetzt hat sie bewährte Kurseinheiten mit vielen praktischen Übungen in dem "Praxisbuch Geburtsvorbereitung – Ein Kurskonzept für Frauen und Paare" für Kolleginnen in Beruf und Ausbildung zusammengestellt.

Neben allgemeinen Informationen und Aufklärung über die Geburt und deren Verlauf, sind psychologische Aspekte, physiotherapeutische Elemente, Atemarbeit sowie das Einüben der verschiedenen Gebärhaltungen feste Bestandteile in Hanna Fischers Kursen. Der erfahrenen Hebamme ist es ein besonderes Anliegen, es nicht bei theoretischen Erklärungen zu belassen: "Bei aller Information und Aufklärung sollte immer daran gedacht werden, dass manches nicht nur verbal, sondern auch genauso über Körperarbeit vermittelt werden kann", so Fischer zu Beginn ihres Leitfadens zur Geburtsvorbereitung.

Die neun vorgestellten Kurseinheiten enthalten zahlreiche Übungen, die Hebammen mit ihren Teilnehmerinnen durchführen können. Im Mittelpunkt steht die so genannte Körperarbeit: Atemübungen und die verschiedenen Gebärhaltungen sind die wichtigsten Elemente der Geburtsvorbereitung. Sie bildet die Grundvoraussetzung, bei der Geburt alle vorhandenen Kräfte mobilisieren zu können. Hinzu kommen praktische Hinweise zu geeigneten Kursräumen und der notwendigen Ausstattung sowie zu den Besonderheiten von Kursen mit Erst- oder Mehrgebärenden oder Paarkursen.

"Weil Frauen mit ihrem Körper gebären und nicht mit ihrem Verstand, brauchen sie mehr Körperarbeit", so die Autorin. Männern bleibt hingegen nur die Möglichkeit, die Geburt über ihren Verstand zu begreifen. Für sie ist es daher um so wichtiger, den Geburtsverlauf logisch zu erfassen. Erst wenn die werdenden Väter die Abläufe begreifen, sind sie in der Lage eigene Ängste abzubauen und ihre Partnerin bei der Geburt zu unterstützen. Hanna Fischer empfiehlt, die Männer in den letzten drei Kurseinheiten dazu zu bitten. So haben die Frauen genug Zeit mit ihrem Körper vertraut zu werden. "In einem reinen Paarkurs kommt diese Erfahrung zu kurz", weiß Fischer. Für die erste "gemischte Einheit" gibt sie Tipps, wie Kursleiterinnen Männern helfen können, Berührungsängste abzubauen und sich individuell mit der bevorstehenden Geburt auseinanderzusetzen... [mehr]