Im Durchschnitt leidet etwa einer von 1.000 Menschen in Deutschland an Zöliakie, einer Unverträglichkeit gegen alle glutenhaltigen Getreidesorten. In China und Japan, wo die Ernährung größtenteils aus Reis und Gemüse besteht, ist die Erkrankung so gut wie gar nicht bekannt. Eine medikamentöse Behandlung gibt es nicht. Einzig eine gesunde, glutenfreie Ernährung ermöglicht den Betroffenen ein beschwerdefreies Leben.
Getreidesorten wie beispielsweise Hafer, Weizen, Dinkel, Gerste oder Roggen führen bei vielen Menschen zu unerklärlichen Beschwerden.
Nicht selten wird dann vom Arzt eine Zöliakie diagnostiziert. Von heute auf morgen heißt es nun seine Essgewohnheiten umzustellen und auf Mehl und herkömmliche Getreideprodukte zu verzichten. Aber was bleibt da noch, wenn das Brot vom Bäcker oder die Nudeln und das Müsli aus dem Supermarktregal krank machen?: Brownies, Apfel-Tomaten Chutney oder Quinopfanne, wie Andrea Hiller in ihrem Ratgeber "Köstlich essen bei Zöliakie" zeigt.
130 leicht nachzukochende Rezepte machen deutlich, dass glutenfrei essen und trinken nichts mit geschmacklosen und faden Gerichten zu tun hat. Da die Autorin selbst von der Krankheit betroffen ist, enthält der Ratgeber auch viele praxisnahe Tipps: Wie wird die Küche glutenfrei eingerichtet? Wie werden Lieblingsrezepte glutenfrei abgewandelt? Sie zeigt, welche Produkte von Natur aus glutenfrei sind, wie beispielsweise Fleisch, Buchweizen, Kakao und Eier. Zusätzlich erklärt Andrea Hiller über die Krankheit, ihre Symptome und Diagnose auf.
In vielen Familien wird glutenfrei und glutenhaltig gekocht und gebacken. So steigt jedoch das Risiko einer Verunreinigung der glutenfreien Lebensmittel. Um das zu verhindern, rät die Autoren Backformen immer mit Backpapier auszulegen und glutenfreies Brot mit einem extra Messer zuschneiden und in einen Extra-Toaster zu toasten. Da glutenfreies Kochen dem normalen Kochen entspricht und keine "Nebenwirkungen" hervorruft, ist es nicht zwingend notwendig, für den einzelnen Betroffenen innerhalb der Familie ein Extramenü zu erstellen. Bei Gesunden wird die Nahrung im Dünndarm in seine Bestandteile aufgespalten und vom Körper aufgenommen.
Zöliakie-Patienten leiden unter einer entzündeten Dünndarmschleimhaut, die ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Es kommt zu Verdauungsbeschwerden und mit der Zeit zu Mangelerscheinungen trotz gesunder und abwechslungsreicher Ernährung. Durch eine glutenfreie Kost regeneriert sich die Schleimhaut und nimmt ihre Funktion wieder auf. "Für meine Kinder ist glutenfrei keine Strafe. Sie essen regelmäßig die Spezialprodukte, insbesondere wenn es wieder etwas Neues zum Probieren gibt", so Andrea Hiller.... [mehr]