12.02.2007 - Grippe-Impfung: Sicher und gut verträglich

Impfungen sind die wichtigste und beste Form der Prävention von Infektionskrankheiten

Impfungen sind die wichtigste und beste Form der Prävention von Infektionskrankheiten. Ein Rückblick auf die letzten Jahrzehnte belegt den hohen medizinischen und volkswirtschaftlichen Nutzen der verschiedenen Impfungen eindrucksvoll. Neben der bewiesenen Wirksamkeit wurde jedoch immer auch die Frage der Verträglichkeit diskutiert. 

Generell gilt die Verträglichkeit von Impfungen unbestritten als sehr gut. Trotzdem kommt es in zeitlichem Zusammenhang immer wieder, wenn auch selten, zur Häufung von ungewöhnlichen Komplikationen. Beispiele hierfür sind zum Beispiel eine Häufung von Erkrankungen am Guillain-Barré-Syndrom nach Hepatitis-B-Impfung in Frankreich oder nach Verabreichung des konjugierten tetravalenten Meningokokken A, C, W135, Y-Impfstoffs in USA.

Die Verabreichung des hexavalenten Impfstoffs (Tetanus/ Diphtherie/ Polio/ Pertussis/ Haemophilus B/ Hepatitis B) wurde vor einigen Jahren mit dem plötzlichen Kindstod in Zusammenhang gebracht. Schon früher war die Mumps-Impfung mit Diabetes mellitus Typ 1 angeschuldigt worden; die Masern-Impfung soll angeblich mit Autismus assoziiert sein. Erinnert sei ferner an die hohe Medienaktivität, die vor einigen Jahren auf die Gefährlichkeit der FSME-Impfung hingewiesen hatte.

In allen Fällen erfolgte eine gründliche Aufarbeitung dieser Verdachtsfälle auf behördliche Veranlassung. Hierbei waren zahlreiche unabhängige Experten beteiligt. Bei keiner der eben genannten Komplikationen war die Impfung jedoch kausal beteiligt. Diese Altfälle werden jedoch gerade von Impfgegnern immer wieder ins Feld geführt, obwohl eine Kausalität wissenschaftlich ausgeschlossen werden konnte.

Ein Fall wurde aus Israel berichtet. Hier war es zu Beginn der Impfsaison 2005/2006 in zeitlichen Zusammenhang nach der Gabe des Grippe-Impfstoffs (Vaxigrip; der Impfstoff wird auch in Deutschland allerdings unter anderen Handelsbezeichnungen vertrieben, allerdings war die betroffene Charge hier nicht auf dem Markt) zu 4 Todesfällen bei älteren Patienten gekommen, die alle an Herzkreislauferkrankungen unterschiedlichen Schweregrades litten. Von den israelischen Gesundheitsbehörden wurden daraufhin das Grippeimpfprogramm ausgesetzt, um die Vorgänge zu klären.

Am 24. Oktober 2006 wurden die Impfungen jedoch wieder aufgenommen, da nach Untersuchungen ein ursächlicher Zusammenhang ausgeschlossen werden konnte. Auch nach der der Beurteilung des European Centre for Disease Control and Prevention (ECDC) besteht kein Grund das alljährige Grippeimpfprogramm in der EU nicht weiterzuführen.

Das ECDC hat hierzu in einer Stellungnahme ausgeführt, dass die vier in Israel verstorbenen Patienten zu einer Personengruppe mit einem hohen Risiko gehört hatten und aufgrund ihres Alters und ihrer Grunderkrankung plötzlich eines natürlichen Todes verstorben sind. Ein derart sowohl örtlich als auch zeitlich gehäuftes Auftreten von Todesfällen ist dramatisch, jedoch nicht unerwartet. Auch die zuständige Bundesoberbehörde, das Paul-Ehrlich-Institut hat sich der Bewertung des ECDC angeschlossen (Prof. Dr. Tino F. Schwarz, Facharzt für Labormedizin, Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Würzburg).

© Medizinische Nachrichtenagentur 2010