17.11.2006 - Mein Bauch gehört zu mir!

Fast zwei Drittel der Deutschen sind zu dick

Fast zwei Drittel der Deutschen sind zu dick! Wie die Deutsche Adipositas Gesellschaft vor wenigen Wochen alarmiert feststellte, liegt der mittlere BMI (Body Mass Index) bei 27. Das Statistische Bundesamt bestätigt das ganz aktuell: der Anteil der Übergewichtigen bei beiden Geschlechtern ist im Vergleich zu 1999 um zwei Prozentpunkte gestiegen. Und in allen Altersgruppen seien Männer häufiger übergewichtig als Frauen.

Es scheint inzwischen normal zu sein, kein normales Gewicht zu haben. Deutsche Männer bilden beim Figurbewusstsein sogar das Schlusslicht in ganz Europa. Gerade einmal 6% gaben bei einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) an, in den letzten zwei Jahren ernstlich über eine Gewichtsreduzierung nachgedacht zu haben. Zwar möchten, nach Recherchen eines renommierten Männermagazins gut die Hälfte der Männer 5 bis 20 Kilogramm abnehmen, aber der Wunsch bleibt Vater des Gedankens. Und jeder Fünfte steht sogar zu seinen Pfunden und zu seinem "Schwimmreifen".

Doch Fett ist nicht gleich Fett. Wie amerikanische Studien zeigen, hat es vor allem das Bauchfett in sich. Es ist besonders stoffwechselaktiv und produziert Fettsäuren, die den gesamten Fettstoffwechsel durcheinander bringen. Das Bauchfett ist gefährlicher Auslöser für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und erhöhte Blutzuckerwerte, weil es das "gute" HDL-Cholesterin, ein wichtiger Schutzfaktor gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, reduziert.

Zum Glück kann man das Bauchfett – im Vergleich zu den Fettpolstern an Po, Oberschenkel und Hüfte – aber auch schneller wieder loswerden: Das American Journal of Clinical Nutrition beschrieb, dass Diätpatienten rund 40% ihres Bauchfetts verloren, während sie gleichzeitig "nur" rund 15% an Gewicht abnahmen. Die Deutsche Adipositas Gesellschaft und die Lipid-Liga für Fettstoffwechselstörungen versuchen deshalb, dass innere Bauchfett mit ihrer Initiative "Bauchumfang-ist-Herzenssache" stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Wie "schlimm" es um den Bauch steht, zeigt schon eine einfache Bauchumfangsmessung. Ein Bauchumfang von 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern bedeutet schon ein erhöhtes Risiko. Beim Abnehmen kommt es also nicht nur auf die Kilos, sondern vor allem auf die Zentimeter des abgespeckten Bauchumfangs an. Der Diätanbieter amapur hat sie auf das Thema spezialisiert und bietet eine Diät speziell für Männerbäuche an. Die stündlichen Suppen, Müslis, Protein-Drinks und Kekse treffen den Geschmack der Abnehmwilligen, vor allem derer, denen der Berufsalltag scheinbar keine besonderen Freiheiten bei der Ernährung zugesteht.

"Der Vorteil ist, dass man sich über seine Ernährung keine Gedanken machen muss. Außerdem ist auch das Hungergefühl unter Kontrolle, denn jede Stunde gibt es einen kleinen Snack", berichtet ein erfolgreicher Testkandidat, “lediglich das Wasser musste ich noch extra besorgen..." [mehr]