16.11.2006 - Blutegel in der ärztlichen Praxis

Blutegel: Bessere Wundheilung und Schmerzlinderung

Therapien mit Blutegeln genießen ein besondere Interesse von Wissenschaftlern, Ärzten und Patienten. Denn die Erfolge in der Wundheilung, bei Venenerkrankungen, Gelenkarthrosen und rheumatischen Erkrankungen sind beeindruckend. Der Einsatz der blutsaugenden Tierchen erfordert von Ärzten jedoch auch viel Wissen über seine lebendigen Arzneimittel.

Die Blutegeltherapie wird weltweit seit mindestens 2000 Jahren angewendet. Rund 600 Blutegelarten existieren, etwa 15 davon kommen in der Heilkunde zum Einsatz. Wissenschaftliche Studien belegen für mehrere Indikationen die Wirksamkeit des Verfahrens, das effektiver als andere Therapien sein kann. So ist die Blutegeltherapie beispielsweise bei der Behandlung der schmerzhaften Kniegelenksarthrose deutlich erfolgreicher als andere schmerzlindernde Therapien. Wann Ärzte Blutegel sinnvoll einsetzen können und welche Besonderheiten sie dabei beachten sollten, erläutern Blutegel-Experten aus Medizin und Biologie im Fachbuch "Blutegeltherapie", herausgegeben von Dr. med. Andreas Michalsen und Dr. rer. nat. Manfred Roth.

"Die Zusammenführung von Erfahrungen mit jetzt vorliegenden aktuellen Erkenntnissen aus biologischen und klinisch-medizinischen Studien erlaubt eine präzise Beschreibung der optimierten Blutegeltherapie in Klinik und Praxis", erläutern Michalsen und Roth. Dazu gehört auch der optimale Umgang mit den Blutegeln. Denn der Erfolg der Therapie hängt von der guten Verfassung der lebendigen Arzneimittel ab. Die besten Behandlungsergebnisse erzielen Therapeuten mit Blutegeln, die artgerecht gehalten werden und selber gesund sind. Die Experten beschreiben deshalb in ihrem Fachbuch unter anderem, wie Therapeuten kranke Tiere erkennen und aussortieren können, wenn sie diese von den Zuchtfarmen erhalten.

Nach Meinung der Experten, spielt auch die Patienteninformation eine wichtige Rolle. Diese erleben schließlich hautnah mit, wie einer oder mehrere Blutegel angesetzt werden und dann im Schnitt zwischen 20 und 60 Minuten saugen. Das Fachbuch enthält deshalb neben Anwendungsbereichen, Gegenindikationen und möglichen Nebenwirkungen auch Vorschläge, was eine schriftliche Patienteninformation enthalten sollte... [mehr]