24.10.2006 - Kindern den Körper erklären

Indianerherz kennt keinen Schmerz

Kinder verstehen häufig nicht, warum es so weh tut, wenn sie beispielsweise beim Spielen stürzen. Der medizinische Fachverlag Thieme hat dazu ein Bilderbuch mit dem Titel "Ich hab’ mir wehgetan!" rausgebracht. Es zeigt Ärzten, Eltern und Pflegepersonal, wie sie Kindern erklären, was eigentlich im Körper passiert, wenn sie sich weg getan haben, und was sie dagegen tun können.

"Indianerherz kennt keinen Schmerz! Das hast du bestimmt auch schon einmal gehört. Aber das stimmt nicht immer! Denn es gibt viele Dinge, die können ganz schön wehtun. Da musst du manchmal weinen und das darfst du dann auch", erklärt die Autorin und Kinderärztin Anne Hilgendorff im Vorwort des medizinischen Vorschulbuches, das sich an Kinder zwischen drei und sechs Jahren wendet. Es erklärt kindgerecht, wie Verletzungen entstehen, wie sie zu behandeln sind und wie sie heilen. Illustriert hat das Buch Gisela Dürr. Die Illustrationen vermitteln auf einfache Weise, wie beispielsweise eine Wunde verheilt oder wie man erkennt, dass ein Knochen gebrochen ist.

Das Buch erzählt die Geschichte von kleinen Unglücksraben, tapferen Indianern und echten Bruchpiloten: Die gezeichneten Geschichten von Finnja, Paul, Mohamed und Greta, die sich richtig wehgetan haben, machen Kindern deutlich, was bei Verletzungen passiert. So zeigt das Bilderbuch Eltern und Pflegepersonal, wie sie Kindern die Angst nehmen und sie zur aktiven Mitarbeit motivieren können.

Beispielsweise erfahren Kinder, warum eine Wunde nach einer gewissen Zeit nicht mehr blutet: "Unser Körper kennt viele Tricks, damit eine Wunde sich schnell wieder verschließt und das Blut aufhört zu fließen. Hierfür sind im Blut ganz besondere Zellen zuständig. Sie heißen Blutplättchen und fließen im Blut durch den Körper. Sie sind ständig auf der Hut und achten darauf, ob es irgendwo eine Verletzung gibt. Dann halten Sie sofort an der Wunde an und kleben zu einem kleine Häufchen zusammen", erklärt Hilgendorff... [mehr]