Zu den schwierigsten Aufgaben im Leben eines Menschens gehört es, einen geliebten Verwandten oder Freund im Krankheitsfall zu betreuen. Viele haben Angst davor Fehler zu machen, sich ungeschickt zu verhalten und nicht die Kraft zu haben, die Aufgabe bis zum Ende durchzustehen. Angehörige fühlen sich zusätzlich oft alleingelassen und hilflos.
Dr. med. Erika Mendoza und Reinhard Zoske greifen in ihrem Buch "Leitfaden für Pflegende Zugehörige" genau diese Problematik auf und gehen mit Fingerspitzengefühl darauf ein. Angefangen bei psychologischen und sozialen Hintergründen über praktische Tipps bis hin zu Ritualen am Lebensende, reißen sie das Thema nicht nur an, sondern unterstützen pflegende Menschen in allen Phasen der Begleitung kranker Personen – und darüber hinaus. Nicht zuletzt deshalb empfiehlt das Robert-Koch-Institut den Leitfaden.(Gesundheitsberichterstattung des Bundes zum Thema Pflege).
Neben medizinischen Hintergründen, Informationen und alternativen Entscheidungswegen für Orte zur Pflege schenken die Autoren auch der emotionalen Seite dieser schweren Lebensphase große Aufmerksamkeit. Trauer und Abschied widmen sie eigene Kapitel. Familie und Freunde können den Leidensweg eines Kran-ken oft nicht begreifen und Reaktionen des Betroffenen nicht verstehen. Das Buch liefert hier ebenfalls neue Ansätze, versucht die Gefühlswelt der Kranken zu erklä-ren und lässt Tabuthemen nicht aus.
So schneiden Dr. med. Erika Mendoza und Reinhard Zoske im Buch an, wie Zugehörige mit Selbstmordgedanken der Betroffenen umgehen, über den Tod sprechen und beim Sterben zur Seite stehen können. Auch besonders belastende Situationen, wie beispielsweise bei der Pflege von Kindern oder des eigenen Partners, beleuchten die Autoren. Ebenso offene Fragen, rechtliche und vorsorgliche Tipps zum wichtigen Thema Patientenverfügung. Ziel des Leitfadens: Mut machen, über einsame Stunden helfen und Entscheidungen erleichtern... [mehr]