Die tägliche Praxis zeigt es: Menschen mit Bandscheibenproblemen brauchen Übungen, die einerseits die Schwachstellen kräftigen und andererseits garantieren, dass nichts falsch gemacht wird. Der Ratgeber "Bandscheibenleiden: Ihr Aktiv-Programm" hilft, die meist nur schwer lokalisierbaren Schmerzreize besser einzuschätzen und mit den richtigen Übungen darauf zu reagieren.
"Nahezu die Hälfte aller so genannten unspezifischen Rückenschmerzen sind durch Bandscheibenschäden ausgelöst", wissen die Autoren Doris Brötz und Michael Weller aus der Praxis. Daher ist es wichtig, Beschwerden, die keinem Krankheitsbild eindeutig zuordenbar sind, näher zu untersuchen. Mit gezielten Tests können Betroffene die Ursachen ihrer Beschwerden genauer analysieren und gezielte, individuell abgestimmte Übungen ableiten.
Die Autoren stellen aber nicht nur verschiedene Übungen vor. Bisher bekannte und angewandte Methoden aus der Physiotherapie wie Fango, Massage oder Schlingentisch werden von ihnen ebenso kritisch betrachtet wie die Stufenlagerung und das Einrenken.
Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen der Schädigung sowie Heilung von Bandscheiben und Nerven, Schmerzen und möglichen Beschwerdeursachen gibt der Ratgeber eine ausführliche Übungsanleitung. Für die einzelnen Wirbelsäulenabschnitte Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule werden spezielle Übungen vorgestellt. Am Ende folgt ein Abschnitt zur Wiederherstellung normaler Belastbarkeit und zur Vorbeugung von Wirbelsäulenleiden. Betroffene können die Übungen ganz einfach ausführen und müssen dafür keine neuen Geräte anschaffen.
Seit 1996 haben Doris Bötz, Leitende Physiotherapeutin der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen, und der Ärztliche Direktor der Klinik, Professor Dr. Michael Weller, mehrere Studien zur physiotherapeutischen Diagnostik und Therapie bei Patienten mit lumbalen Bandscheibenvorfällen durchgeführt. Inhalt der Studien sind Untersuchungen zur Wirksamkeit und Qualitätsoptimierung der Therapie. Es wurde eigens das "Tübinger Behandlungskonzept" für diese Patienten entwickelt.
Aktuelle Studien befassen sich mit der Bedeutung der medikamentösen Therapie mit Muskelrelaxanzien bei der physiotherapeutischen Behandlung von Patienten mit lumbalen Bandscheibenvorfällen und Veränderungen des kernspintomographischen Erscheinungsbilds lumbaler Bandscheibenvorfälle während der Physiotherapie... [mehr]