Erneut rollt eine Welle einer typischen Kinderkrankheit durch ein beliebtes Reiseland: nach Großbritannien und den USA meldet derzeit Österreich die meisten Mumpserkrankungen seit der Einführung der Impfung im Jahr 1974. Mindestens 150 Menschen sind bisher erkrankt. Betroffen sind besonders die Regionen Kärnten, Niederösterreich und Wien. Das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf empfiehlt daher allen, die einen Aufenthalt in diesen Gebieten planen, ihre Immunität gegen die Virusinfektion zu überprüfen und sich gegebenenfalls impfen zu lassen.
Mumps, häufig auch Ziegenpeter genannt, wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Krankheit bricht 12 bis 25 Tage nach der Ansteckung aus. Die Fähigkeit zur Ansteckung besteht jedoch bereits bis zu 7 Tage vor Krankheitsbeginn.
Typische Symptome sind Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Ohrenschmerzen sowie nach 1 bis 2 Tagen eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse mit Schmerzen beim Kauen. Es kann in seltenen Fällen zu Komplikationen wie Hirnhautentzündungen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder bleibenden Hörschäden kommen. Wenn Jugendliche oder Erwachsene an Mumps erkranken, können eine Hodenentzündung oder seltener eine Eierstockentzündung zu Sterilität führen.
Obwohl sich in aller Regel vor allem ungeimpfte Kinder und Jugendliche anstecken, sind derzeit in Österreich vor allem junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren an Mumps erkrankt.
"Ganz offensichtlich gibt es in bestimmten Altersgruppen, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, deutliche Impflücken“, erklärt Dr. Anja Kempin, Ärztin für Allgemeinmedizin am CRM. Denn eine vollständige Impfung bietet heutzutage effektiven Schutz gegen die Infektion. In Deutschland wird sie in Kombination mit der gegen Masern und Röteln für Kinder zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat empfohlen.
Bis zum Ende des 2. Lebensjahres sollte eine 2. Impfung erfolgt sein. Erwachsene, die über keine ausreichende Immunität verfügen, können sich auch noch vor Abreise impfen lassen, denn eine Altersbegrenzung für diese Impfung besteht nicht. Wer die Krankheiten Mumps, Masern und Röteln jedoch einmal durchgemacht hat, verfügt in aller Regel über eine lebenslange Immunität - kann also kein zweites Mal daran erkranken... [mehr]