Komplementäre und alternative Heilverfahren haben im deutschen Gesundheitswesen mittlerweile eine wachsende Bedeutung: Patienten bevorzugen überwiegend homöopathische und pflanzliche Medikamente. Ärzte erwerben zusätzliche Qualifikationen für Homöopathie und Naturheilverfahren. Das 2005 in der 5. Auflage von Stiftung Warentest herausgegebene Buch "Die Andere Medizin" hat Viele überrascht:
Darin sollten Herkunft, Behandlungsziel und wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von mehr als 50 häufig angewendeten alternativen Therapieverfahren dokumentiert und bewertet werden. Wissenschaftsjournalist Dr. Christian Ullmann weist nun anhand der aktuellen Datenlage zu den bewerteten Verfahren nach, dass dieser Anspruch nicht erfüllt wurde. Sein Buch - Fakten über die 'andere Medizin' - wird am 22. März 2006 in Berlin der Öffentlichkeit im Haus der Bundespressekonferenz vorgestellt.
Heute gibt es zahlreiche aktuelle wissenschaftliche Studien zu alternativen Therapieverfahren wie der Akupunktur, Homöopathie und Neuraltherapie. Diese hat Autor Ullmann sorgfältig analysiert. Dabei kam er in fast allen Fällen zu einer anderen Einschätzung als Stiftung Warentest. "Nach der Lektüre des Stiftung Warentest-Buches wollte ich einige Daten überprüfen. Dies war schwierig, da das Buch - entgegen der üblichen wissenschaftlichen Arbeitsweise - keine einzige Literatur- oder Quellenangabe beinhaltet. Meine eigenen Nachforschungen ergaben eine fehlerhafte Darstellung der tatsächlichen Datenlage", so Ullmann.
Die Bewertungen der Therapieverfahren von Stiftung Warentest lauten fast immer: "...zur Behandlung ... nicht geeignet". Das würde bedeuten, dass sich Patienten irren, wenn sie gute Erfahrungen beispielsweise mit pflanzlichen Arzneimitteln, Akupunktur oder Kneipptherapien machen. Ärzte und Heilpraktiker wiederum würden ihre Patienten mit Verfahren behandeln, die diesen nichts nutzen und vielleicht sogar schaden. Die Bewertungen im Buch "Fakten über die 'andere Medizin'" setzen dort an, wo Aussagen in der 5. Auflage des Ratgebers von Stiftung Warentest Sachverhalte unvollständig oder falsch darstellen.. [mehr]