"Sie hat das Phänomen Atkins wirklich sorgfältig geprüft. Ihr Buch hilft Laien wie Ärzten, sich ein fundiertes Urteil über die kohlenhydratfreie Diät zu bilden", fasst Dr. Roland Ballier, Präsident der Swiss Society for Anti-Aging Medicine and Prevention (SSAAMP) und Leiter des Schweizer SALUSMED-Instituts für Präventivmedizin in seinem Vorwort zusammen.
Unter dem Titel "Das Atkins-Risiko – Die wackelige Wissenschaft hinter Low-Carb-Diäten" ist die Ernährungsexpertin Peggy Reichelt dem Schlaraffenland-Paradoxon auf den Grund gegangen und liefert eine fundierte, spannende und entlarvende Analyse. Mit entwaffnender Genauigkeit entschlüsselt die Berliner Autorin die Aussagen von Fachartikeln und demontiert Atkins angeblich wissenschaftliche Grundlagen.
Für viele ein Traum: Essen so viel man will und was man will, dabei gesund und schlank werden, perfekte Blutwerte und Traumfigur. Es gibt diese Wunder nicht, aber die Ernährungsform, die Diät-Guru Dr. Robert Atkins so viele begeisterte Anhänger in die Arme trieb, erlaubt eben den nahezu unbegrenzten Verzehr von Fleisch und Fett.
Statt traurig abgezählter Mini-Möhrchen gibt es bei Atkins Hummer mit zerlassener Butter, Steak mit Sauce Hollandaise oder Rührei mit Speck bis zum Abwinken. Und die Atkins-Jünger nahmen auch noch ab. Mehr als 30 Jahre lang propagierte Dr. Atkins seine Fett- und Fleischdiät und kurierte nach eigenen Angaben mehr als 60.000 Menschen vom Übergewicht. Tatsächlich kommen Studien in angesehenen Wissenschaftsmagazinen zu dem Schluss, dass Menschen, die nach Atkins’ Formel Kohlenhydrate meiden, besser abnehmen als solche, die eine konventionelle Diät machen.
Trotzdem hat Dr. Atkins nie Daten veröffentlicht, die belegen, dass es mit seiner einseitigen Diät über die Jahre gut geht. Warum gibt es keine Langzeitstudie, die zeigt, dass die Atkins-Diät tatsächlich sicher ist? Oder anders gefragt, sollten Ärzten etwa für Zigaretten werben, nur weil Menschen, die mit dem Rauchen anfangen, nachgewiesenermaßen auch abnehmen? Dabei haben doch gerade Langzeitstudien bewiesen: Tabakrauch ist schlecht für die Adern, ruft Krebs hervor und kann damit das Leben verkürzen.
In den wissenschaftlichen Datenbanken finden sich ab dem Jahr 1966 bis zum Frühjahr 2004 2.609 Artikel zum Thema kohlenhydratarme Diäten. Aber nur 94 davon berichten von Studien, die seriös aufgearbeitet sind bzw. eine vernünftige Aussage über die beschriebene Diät geben. Das bedeutet, weniger als 1% der Fachliteratur beschreibt Experimente, die länger als vier Tage dauerten oder der Diät haltenden Gruppe eine Kontrollgruppe zum Vergleich gegenüberstellten. Nur in vier Untersuchungen wurde die Diät über mehr als 90 Tage begleitet. Das Buch "Das Atkins-Risiko" zeigt die Risiken auf, die diese Extremernährung gefährlich macht. Wer je mit dem Gedanken spielte, eine Atkins-Diät zu machen, wird hier wirklich kuriert.
Was dagegen wirklich gegen die Wampe hilft, erläutert die Autorin kurz und praktisch. Namhafte Experten kommen zu Wort, informative Exkurse bereichern die Lektüre, solide Recherche und ein leichter, allgemeinverständlicher Ton bieten Lesestoff sowohl für Laien wie Ernährungsprofis. Das Buch erklärt die Hintergründe und gibt praktische Tipps. Sie erfahren warum Eiweiß den Hunger bremst, warum Kohlenhydrate weit besser als ihr Ruf sind, weshalb Gewichtsverlust nicht gleich Fettverlust ist und was es mit der Kalorienbilanz auf sich hat... [mehr]