22.07.2005 - Geschulte Hebammen bieten kompetenten Rat

Stillprobleme bereiten den Müttern die größten Sorgen

Der Begriff "Wochenbett" bezeichnet heutzutage den Zeitraum von sechs bis acht Wochen nach der Geburt. Nachdem die Finanzierung des Krankenhausaufenthaltes 1996 neu geregelt wurde, ist der Bedarf an ambulanter Hebammenhilfe stetig gestiegen. Die Entbindungs- und Wochenbettkosten werden nicht mehr nach Tagessätzen, sondern über eine Fallpauschale abgerechnet. Die Zeit des Frühwochenbettes, wie die ersten zehn Tage nach der Geburt genannt werden, hat sich dadurch zunehmend in den häuslichen Bereich zurückverlagert.

Die Betreuung der Familie durch eine geschulte Hebamme ist damit besonders wichtig geworden. Die Geburt eines Kindes ist ein Ereignis, das mit einschneidenden Veränderungen im Leben der Eltern verbunden ist. Aufgabe der Hebamme ist es, die Familien in dieser Umorientierungsphase zu unterstützen.

"Eine gute Wochenbettbetreuung ist eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung einer ausgeglichenen Mutter-Kind-Beziehung“, so Ulrike Harder, Autorin des Fachbuches „Wochenbettbetreuung in der Klinik und zu Hause". Außerdem brauche die Mutter die Zeit des Wochenbetts, um die Rückbildung und Wundheilung des Körpers zu gewährleisten sowie die Hormonumstellung zu verarbeiten, so die Hebamme.

Am meisten Unterstützung durch die Hebamme benötigen Mütter beim Ingangbringen der Milchbildung und dem Aufbau einer guten Stillbeziehung. Die häufigsten Probleme sind wunde Brustwarzen, Milchstau und Milchmangel. Sie führen oft zum Zufüttern oder frühzeitigem Abstillen.

"Es gilt also für Hebammen, Frauen durch die nötigen Informationen und Hilfestellungen in die Lage zu versetzen, so zu stillen, dass diese Probleme gar nicht erst auftreten. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden", so Jule Friedrich, Hebamme und eine der Co-Autorinnen des Buches. Etwa 80% aller Stillprobleme können durch korrektes Anlegen und richtige Stillpositionen vermieden werden.

"Dem Stillen wird von Seiten der jungen Mutter große Bedeutung beigemessen", so Friedrich. Eine zufriedenstellende Wochenbettbetreuung wird oft an dem Erfolg oder Misserfolg gemessen, mit dem die Hebamme der jungen Mutter bei anfänglichen Stillschwierigkeiten helfen kann.

"Hebammen sollten daher kompetent und einfühlsam Informationen und Hilfestellungen geben können", so Friedrich. Um erfolgreich zu stillen braucht die Mutter psychologische Unterstützung, klare Informationen, Ratschläge, die sich nicht widersprechen, und eine korrekte praktische Hilfestellung.

In Ihrem Fachbuch stellen Ulrike Harder und fünf Co-Autorinnen Themen vor, die für Hebammen bei der Wochenbettbetreuung in der Klinik und zu Hause von Bedeutung sind. Sie informieren beispielsweise über Rückbildungsstörungen, psychische Beeinträchtigungen im Wochenbett, Stillberatung und häufige Fragen der Eltern. Zusätzlich geben sie auch Anregungen zur speziellen Betreuung nach Kaiserschnitt- und Mehrlingsgeburten, sowie nach Frühgeburten oder Kindsverlust... [mehr]