Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fettsäuren und Aminosäuren sind für eine gesunde Ernährung unabdingbar. Befürworter der Orthomolekularen Medizin gehen davon aus, dass viele Menschen zu wenige dieser so genannten Mikronährstoffe zu sich nehmen. Dies kann zu Leistungsschwäche und Vitalitätsstörungen, aber auch zu akuten und chronischen Krankheiten führen. In der Orthomolekularen Medizin versucht man, diesen Mangel an Mikronährstoffen auszugleichen, um Beschwerden vorzubeugen oder Krankheiten zu heilen.
"Eine Unterversorgung mit Mikronährstoffen ist schwer nachweisbar. Eine genaue Diagnostik ist jedoch unbedingt nötig, um gezielte Maßnahmen einzuleiten, die den Mikronährstoffhaushalt optimieren. Für Therapeuten gibt es heute eine kaum übersehbare Fülle an Empfehlungen, erläutern Dr. med. Udo Böhm, Dr. Dr. med. Claus Muss und Dr. med. Markus Pfisterer in ihrem Fachbuch "Rationelle Diagnostik in der Orthomolekularen Medizin".
Die drei niedergelassenen Ärzte halten die Orthomolekulare Medizin für ein wichtiges Element der Präventivmedizin. Dabei gehen sie auch der Frage nach, welche Diagnostik sinnvoll und aussagekräftig ist. "Eine seriöse Orthomolekulare Prophylaxe und Therapie setzt eine fundierte Diagnose voraus", betonen die Autoren. Nur dann kann der Mangel an Mikronährstoffen nach den Regeln der Orthomolekularen Medizin ausgeglichen werden. Nicht jeder hat denselben Bedarf an Mikronährstoffen. Der Therapeut muss zunächst eine ausführliche Basisdiagnostik durchführen, um festzustellen, ob ein Mangel an Mikronährstoffen besteht.
Dazu gehört eine gründliche Anamnese, die durch spezielle Fragebögen ergänzt wird. Hinzu kommen körperliche Untersuchung und apparative Diagnostik. Einen wichtigen Stellenwert hat die Labordiagnostik. Dabei wird die Mikronährstoff-Konzentration in Blut, Urin oder speziellen Körperzellen ermittelt. Für den Therapeuten ist es manchmal schwierig, aus einer Vielzahl von Untersuchungen diejenigen auszuwählen, mit denen die richtige Diagnose gestellt werden kann.
"Alle Maßnahmen sollten sich mosaikartig ergänzen und auf Anamnese und klinischer Untersuchung aufbauen", empfehlen die Autoren. Auch die Kosten der Untersuchungsmethoden sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden: Die meisten diagnostischen Verfahren gehören in den Bereich der "Selbstzahlermedizin", da die Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Ergeben die Untersuchungen schließlich eine Fehlversorgung mit Mikronährstoffen oder einen echten Mangel an einzelnen Substanzen, werden diese substituiert.
In ihrem Buch stellen die Autoren die vielfältigen diagnostischen Möglichkeiten der Orthomolekularen Medizin vor – von Anamnese-Fragebögen und klinischer Untersuchung bis hin zu speziellen Laboruntersuchungen. Alle Verfahren werden kritisch bewertet, so dass Therapeuten der Orthomolekularen Medizin für jede Indikation sinnvolle und geeignete diagnostischen Methoden auswählen können. Darüber hinaus geben die Autoren zahlreiche praktische Tipps aus ihrer jahrelangen klinischen Erfahrung... [mehr]