Screening-Untersuchungen auf Brustkrebs können die Sterblichkeit von Frauen um 30 bis 50% reduzieren. Dies bestätigen zehn große internationale Studien. Ausschlaggebend für diese positiven Ergebnisse sind ärztliches Fachwissen und exzellente Qualität der Diagnostik.
Besondere Bedeutung für die Reihenuntersuchungen der Brust von Frauen ab 50 Jahren hat die Röntgentechnik. "Mammographie ist die einzige bildgebende Methode, die sich für ein Screening eignet", so die Radiologinnen Professor Dr. med. Sylvia Helen Heywang-Köbrunner von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Professor Dr. med. Ingrid Schreer vom Mammazentrum des Universitätsklinikums Kiel.
Für die beiden Autorinnen des Buches "Bildgebende Mammadiagnostik" setzt sich die Diagnostik von Brustkrebs jedoch immer aus verschiedenen Elementen zusammen: "Wichtigstes Ziel ist die systematische Erarbeitung einer tragfähigen Gesamtdiagnose, basierend auf Anamnese, Klinik und Bildgebung, eine sichere Abklärung und eine optimale Therapieempfehlung, die auf internationalen Standards fußt."
So ist zum Beispiel in röntgendichtem Gewebe die Mammographie eingeschränkt empfindlich. Etwa 10 bis 15% der bösartigen Geschwulste kann hier nur eine Tastuntersuchung entdecken. Bösartige Tumore am Rand der Brustdrüse oder im Bereich der Achselhöhle erfasst eine Mammographie nicht immer.
Mit ihrem Buch richten sich die Autorinnen an Kliniker und Lernende aus Radiologie und Gynäkologie. Es umfasst unter anderem Untersuchungstechniken, Befundmuster, Differenzialdiagnostik und Interventionen in Mammographie, Sonographie und Kernspintomographie. Die beiden Röntgenärztinnen leiten dazu an, einen Befund systematisch zu interpretieren. Außerdem geben sie Empfehlungen zu Mammascreening und Qualitätssicherung. Ein eigenes Kapitel widmen sie der männlichen Mamma. Mehr als 800 Abbildungen veranschaulichen die Inhalte des Fachbuches.
Die Mammographie hat die Früherkennung enorm verbessert. Sie erlaubt jedoch selten, eine Geschwulst zu spezifizieren. Um den Befund abzuklären, sind meist Gewebeproben nötig. Hier gibt es mittlerweile Techniken, die einen operativen Eingriff überflüssig machen. Die so genannten transkutanen Biopsien finden teilstationär oder ambulant statt. Eine Vollnarkose entfällt. Die Patientin behält keine Narben zurück. Mit einer feinen Hohlnadel sticht der Arzt durch die Haut in die Brust ein und entnimmt damit Zellen aus der Brustdrüse.
Wo er sich mit der Nadel befindet, kontrolliert er wiederum über bildgebende Verfahren. Für die "Stanzbiopsie" schießt er die Nadel mit einer Art Pistole in das Gewebe. Bei der neuen transkutanen Vakuumbiopsie saugt die Nadel das Gewebe ein und transportiert es nach hinten, wo der Operateur es mit einer Pinzette abnimmt.
Laut Heywang-Köbrunner und Schreer sei diese Technik – vor allem bei kleinen Befunden – der Stanzbiopsie deutlich überlegen. Wie bei den anderen Methoden auch, sei es jedoch unverzichtbar, bestimmte Standards umzusetzen. Die Ergebnisse müssten in jedem Fall mit den Bildern korreliert werden. Für eine erfolgreiche Durchführung bedürfe es außerdem auch hier eines erfahrenen Arztes... [mehr]