Der Einstieg in die 5-Elemente-Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) fällt Ärzten aus westlichen Nationen nicht immer leicht. Der ganzheitliche Ansatz und die bildhaften Beschreibungen lassen die chinesische Lehre fremdartig, mystisch und unwissenschaftlich erscheinen. Dr. med. Antonius Pollmann, Autor des Fachbuches "Fünf Wandlungsphasen in fünf Streichen" zeigt anhand der Literatur von Wilhelm Busch, dass die TCM auch in der westlichen Kultur zu finden ist.
Die fünf Elemente der TCM sind in den fünf Wandlungsphasen – Wasser, Holz, Feuer, Metall und Erde – verbildlicht. Jeder Wandlungsphase sind Jahreszeiten, Farben, Geschmacksrichtungen, Körperorgane oder Charaktereigenschaften zugeordnet.
Dahinter steckt die hervorragende Beobachtungsgabe chinesischer Wissenschaftler, die mit dieser Lehre schon vor 5000 Jahren Krankheiten diagnostiziert und therapiert haben. Nach Meinung von Pollmann steckt ein so großes Erfahrungswissen in den ‚Fünf Wandlungsphasen’, dass sie zumindest als therapieorientierte Systematisierung auch für westliche Therapeuten hilfreich sein können.
In seinem Fachbuch erklärt er Ärzten und Therapeuten anhand der Literatur von Wilhelm Busch, dass die fünf Streiche von Max und Moritz jeweils eine der Wandlungsphasen beschreiben. So ist beispielsweise die Wandlungsphase "Wasser" in der Geschichte mit "Schneider Böck" dargestellt. Sein Gesicht und seine Gestalt geben alle Charaktermerkmale der Wandlungsphase "Wasser" wieder: scheu, unsicher und angespannt.
Als hagerer und ruhiger Mensch fröstelt er leicht, hat Angst vor Kälte und wird von Max und Moritz ausgerechnet in das kalte und klare Wasser geworfen. Auch die typischen Beschwerden des "Wasser-Menschen" – Blasenkatarrh und Krämpfe – beschreibt Busch. Die Behandlung mit dem heißen Bügeleisen von Frau Böck steht für die Hitzeanwendung, mit denen die TCM Erkrankungen der Wandlungsphase "Wasser" therapiert... [mehr]