02.06.2006 - Lust auf Sex: Wege zu einer erfüllten Sexualität

Wenn die Lust ausbleibt

Keine Lust auf Sex: Frau schiebt einen Migräneanfall vor, Mann entschuldigt sich mit einem stressigen Arbeitstag. Die Szenen überraschen nicht, so stereotyp sind sie. Doch hinter permanentem Lustmangel stecken nicht selten ernsthafte Probleme, über die sich die Betroffenen oft selbst nicht bewusst sind. Die Unlust auf Sex kann das Leben und vor allem das Zusammenleben von Partnern nachhaltig belasten.

"Bei sexuellen Störungen geht es nicht nur um den Verlust eines schönen Erlebnisses. Es geht darum, dass dabei die Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl auf eine subtile Weise angekratzt und untergraben werden“, meint Beatrice Wagner in dem Buch "Lust auf Sex". Die Medizinjournalistin beschäftigt sich seit 10 Jahren mit dem Thema Sexualität.

Wagner zeigt in ihrem Ratgeber Ursachen auf, die eine Sexualstörung hervorrufen können. Dabei lässt sie Patienten selbst zu Wort kommen. "Wir hoffen, dass Betroffene sich in dem einen oder anderen Fallbeispiel wiederfinden und mit dem Selbstbewusstsein zum Arzt gehen, dass sie nicht alleine mit der Problematik sind und dass es Hilfen gibt", führt die Autorin an.

"Wie ein hellerleuchtetes Haus, in dem niemand zu Hause ist"

In einem der vielen Fallbeispiele schildert sie die unerfüllte Lust einer Frau, die immer wieder Sex mit verschiedenen Männern hat. Auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit "bumse sie stundenlang", aber es habe nichts mit "liebevoller Sexualität" zu tun, so die Patientin selbst, die stark unter ihrer Sexsucht leidet. Diese treibe nach Meinung Wagners die Betroffenen an, eine innere Leere mit möglichst häufigen sexuellen Kontakten zu schließen.

Diese Kontakte seien aber nie lustvoll und befriedigend, sondern immer zwanghaft und selbstzerstörerisch. Da die Sucht nach sexuellen Handlungen im Abhängigkeitsverhalten dem Alkoholismus gleiche, rät die Autorin, sich einem Suchttherapeuten anzuvertrauen, eine Suchtklinik aufzusuchen oder sich an eine Selbsthilfegruppe zu wenden.

Neben der Psyche als Ursache für sexuelle Störungen können aber auch organische Probleme verantwortlich sein. Die Autorin erläutert in diesem Zusammenhang die Abhängigkeit zwischen Gefäßerkrankungen und Erektionsstörungen beim Mann und dem Trockenbleiben bei der Frau.

Außerdem beschreibt sie Medikamente, die sexuelle Funktionsstörungen hervorrufen können. Im abschließenden Kapitel stellt Wagner bewährte und neue Präparate vor, die bei Erektionsschwierigkeiten des Mannes zu einem befriedigenden Sexualleben beitragen können... [mehr]