12.04.2005 - Brustkrebs wird häufig zu spät erkannt

Vorsorge tut not - Frauen benötigen gezielte Informationen

Jährlich wird bei nahezu 50.000 Frauen in Deutschland Brustkrebs diagnostiziert, mehr als 18.000 sterben daran. Zu wenig Frauen nutzen die modernen Möglichkeiten der Früherkennung. Nur jede dritte Frau geht zur Krebsvorsorgeuntersuchung - wegen des Zeitaufwands und wegen der als nicht angenehm eingeschätzten Untersuchung.

Dabei übernehmen die Kassen bei Frauen ab Beginn des 30. Lebensjahres die Kosten für eine jährliche Brustkrebsvorsorge. Operation, Hormontherapie, Bestrahlung, Chemotherapie: Die Behandlung von Brustkrebs ist sehr vielseitig. Viele Frauen fühlen sich dadurch verunsichert. Denn nach der Diagnosestellung werden in kurzer Zeit viele Entscheidungen notwendig.

"Viele mit einer Krebserkrankung verbundenen Ängste erwachsen aus Fehleinschätzungen der Situation und aus mangelndem Wissen über mögliche und notwendige Maßnahmen der Diagnose und Therapie“, so Professor Dr. med. Volker Barth, Autor des Ratgebers "Brustkrebs: schnell verstehen – richtig behandeln".

Barth leitet das Mammazentrum der Städtischen Kliniken Esslingen und sagt aus Erfahrung: "Informierte Patientinnen verstehen besser, was Ihre Ärzte tun, um die Erkrankung festzustellen und zu behandeln und können selbst mehr dazu beitragen."

Aus diesem Grund hat er gemeinsam mit der Wissenschaftsjournalistin Andrea Barth Erstinformationen für Betroffene und Frauen, bei denen der Verdacht auf Brustkrebs besteht, zusammengestellt. Die Autoren liefern Antworten zu häufigen Fragen über Diagnostik, Therapie und Nachbehandlung.

Am häufigsten entsteht Brustkrebs zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken nimmt mit dem Alter zu. Die meisten Brustkrebsfälle finden sich in der Gruppe der 60- bis 80-Jährigen. Da der Tumor fünf bis 15 Jahre benötigt, um von der ersten Zelle bis zu einem zwei Zentimeter großen Knoten heranzuwachsen, sind Vorstufen der Erkrankung bereits in jüngeren Jahren vorhanden und gelegentlich schon sehr früh durch Ultraschall oder eine spezielle Röntgenuntersuchung, die Mammographie, zu erkennen.

Wird der Tumor entdeckt, muss er in jedem behandelt werden. Häufig wird Brustkrebs heute brusterhaltend operiert. In diesen Fällen wird meist etwa fünf Wochen nachbestrahlt, um etwaige weitere Tumorzellnester zu vernichten. Zusätzlich findet eine Hormontherapie statt. Die Heilungschancen sind gut bis sehr gut, wenn der Tumor frühzeitig entdeckt wird. Bei niedrigen Tumorstadien kann die Brust heute in aller Regel erhalten werden, selbst bei größeren Knoten und befallenen Achsellymphknoten.

In dem Ratgeber haben die Autoren häufige Fragen zu Diagnostik und Therapie zusammengestellt, sowie Tipps für den Alltag wie zum Beispiel Ernährungsfragen und sportliche Betätigung. Zusätzlich können sich Betroffene anhand eines Übersichtsplans zu Diagnostik und Therapie orientieren, welche Schritte ihren Therapieplan bestimmen... [mehr]