08.02.2006 - Interesse an der Traditionellen Chinesischen Medizin wächst

Chinesische Medizin: Den Menschen als Ganzes sehen - wann hilft die Traditionelle Chinesische Medizin?

Das Interesse an der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist bei Patienten, Medizinern und auch bei den Krankenkassen in den letzten 20 Jahren stetig gestiegen. Die TCM füllt eine Lücke, die in der westlichen Medizin häufig offen gelassen wird: Eine "sanfteren" Medizin und eine verstärkten Beteiligung des Patienten am Heilungs- und Genesungsprozess.

Akupunktur, Ernährungslehre, Massagetechniken und Kräuterheilkunde sind beispielsweise Therapieverfahren der TCM. Besonders bei der Behandlung chronischer Krankheiten hat sich ihr ganzheitliche Ansatz als effizient erwiesen. Doch ihre medizinische Sicht von Krankheit und Körper für den westlichen Patienten oft nur schwer zu verstehen.

"Der TCM zufolge hat der menschliche Körper von Natur aus Energien mitbekommen, die für ein langes gesundes Leben ausreichen. Den Energien muss es allerdings möglich sein, gleichmäßig und ohne Stockungen zu fließen", erklären Dr. med. Hans-Ulrich Hecker, Dr. med. Elmar Peuker. Dr. med. Angelika Steveling und Heidelore Kluge, Autoren des Titels "Handbuch Traditionelle Chinesische Medizin".

Die Autoren sind Fachärzte verschiedener Richtungen, die als Lehrbeauftragte oder Leiter von Universitätsabteilungen mit der TCM wissenschaftlich arbeiten. "Eine der wichtigsten Grundlagen der TCM ist es, die Gesundheit zu erhalten", so die Autoren. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, die Energieströme im Gleichgewicht zu halten. Diese Balance kann durch eine harmonische Lebensweise stabilisiert werden.

Dazu gehören neben einer ausgewogenen Ernährung beispielsweise regelmäßige Körper- und Atemübungen. "Krankheit ist im Sinne der TCM nicht etwas, das uns aus heiterem Himmel trifft. Wenn die Energieströme des Menschen unterbrochen werden, kann dies etwas mit unserer Lebensweise zu tun haben. Deshalb ist die aktive Mitarbeit des Patienten ein wichtiger Faktor."

Eine weitere wichtige Grundlage der TCM beruht auf der ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Die Ursache für eine Krankheit liegt nicht in einer Fehlfunktion von Magen oder Herz, sondern in einer Störung des inneren Gleichgewichts, der Kräfteströme. "Diese müssen wieder in Harmonie gebracht werden, dann werden auch Magen, Herz und Leber wieder gesund", empfehlen die Autoren. Das ganzheitliche Konzept der TCM hat sich vor allem bei chronischen Erkrankungen bewährt.

Oftmals sind ihre Verfahren bei Gesundheitsstörungen, die nicht klar auf eine organische Ursache zurückzuführen sind, wie zum Beispiel Schlafstörungen, Tinnitus oder Asthma, die bessere Wahl: "Wichtig dabei ist jedoch, dass Tumore, Herzinfarkte oder ähnliches ausgeschlossen werden können. Die eingehende westlich-schulmedizinisch ausgerichtete Diagnostik muss also vor Beginn einer traditionell chinesischen Therapie gestellt werden", so die Autoren.

In dem Handbuch stellen die Autoren die Traditionellen Chinesische Medizin vor. In diesem Zusammenhang erklären sie die geistigen Grundlagen der TCM und gehen auf die Unterschiede und die Kombinierbarkeit von TCM und westlicher Medizin ein. Zusätzlich informieren sie Interessierte über die Methoden in der TCM wie beispielsweise Akupressur, Qi Gong und 5-Elemente-Ernährung und deren Anwendungsgebiete... [mehr]