04.03.2005 - Plastische Chirurgen in der Dritten Welt: 25 Jahre Interplast

Interplast Germany e.V. operiert seit 25 Jahren unentgeltlich schwer entstellte Menschen in Entwicklungsländern

Der Verein Interplast Germany kann in diesen Tagen auf ein Viertel Jahrhundert mit Tausenden weltweiter Einsätze zurückblicken. Auf der heutigen Jahrespressekonferenz in Berlin würdigte der Präsident der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen (VDPC), Klaus Exner, das 25jährige Jubiläum und Einsätze, bei denen Plastische Chirurgen aus Deutschland mit ihren Teams aus medizinischem Fachpersonal in Entwicklungsländern unentgeltlich Menschen mit schweren Entstellungen operieren.

Das Ziel von Interplast Germany ist durch ausschließlich ehrenamtliches Engagement vor allem Kindern in Entwicklungsländern bei plastisch-chirurgischen Problemen zu helfen. So wird ihnen ein Leben ermöglicht, das so menschenwürdig ist, wie es die äußeren Umstände zulassen.

Für diese Aufgabe opfern Chirurgen, Anästhesisten, Pfleger und Schwestern ihren Urlaub. Sie operieren während ihrer Einsätze innerhalb eines Jahres zwischen 3.000 und 4.000 Patienten, in einem zwei- bis dreiwöchigen Einsatz rund 100 bis 150 Patienten – und das oft bis spät in die Nacht, unter den einfachsten Bedingungen und bis an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit.

Dr. André Borsche, Vorsitzender von Interplast Germany, drückt es so aus: "Der Tropfen auf den heißen Stein lohnt sich allemal." Der Lohn ist die Dankbarkeit der Menschen und das Wissen, deren Leben um ein Vielfaches verbessert zu haben. Die Gelder für diese Einsätze, jeweils zwischen 10.000 und 30.000 Euro, werden über Spenden, die Arbeit von zwei Fördervereinen und die Interplast-Stiftung zusammengetragen.

Die Interplast-Idee kam Mitte der sechziger Jahre in den USA auf und hat inzwischen weltweit zur Gründung von Interplast-Vereinen geführt. 1980 brachte der Frankfurter Plastische Chirurg Professor Gottfried Lemperle sie auch nach Deutschland. Bundesweit sind mittlerweile 13 Sektionen entstanden, die zum Beispiel im Jahr 2004 auf 47 Einsätze in Afrika, Asien und Südamerika kamen.

Neben diesen Einsätzen, bei denen hauptsächlich Patienten mit Gesichts- und Handfehlbildungen, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, schweren Verbrennungsnarben, Tumoren der Haut und des Kopfes und Kriegsverletzungen behandelt werden, engagiert sich Interplast Germany auch beim Aufbau von Krankenhäusern und plastisch-chirurgischen Versorgungsstrukturen vor Ort. Ganz wichtig ist den Interplast-Mitstreitern zudem die Hilfe zur Selbsthilfe: Einheimische Mediziner, Schwestern und Pfleger werden parallel zu den Hilfseinsätzen ausgebildet, um künftig selbst helfen zu können.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens von Interplast Germany e.V. wird morgen in Bad Kreuznach  ein Interplast-Symposium stattfinden. Dr. Borsche hat angeregt, dort über die Frage zu diskutieren, ob Interplast Germany künftig auch für die Akutversorgung bei Katastrophen bereit stehen solle. Unabhängig davon ist eines sicher: Die Arbeit für Interplast Germany wird nicht weniger werden.

Kontakt:
Interplast Germany
Ringstraße 64, D-55543 Bad Kreuznach
Tel: 0671 - 605 2110
Fax: 0671 - 605 2112
http://www.interplast-germany.de


Das Spendenkonto von Interplast Germany e.V. lautet:
Deutsche Bank Köln, Konto-Nr. 2 571 990, BLZ 370 700 24