Die Mitglieder der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen führen etwa 700.000 Eingriffe im Jahr durch. Darüber informierten heute die Fachverbände der Plastischen Chirurgen auf ihrer Jahrespressekonferenz in Berlin. Rein ästhetische Eingriffe würden dabei nur einen Anteil von etwa 25% ausmachen.
04.03.2005 - Botox voll im Trend
Umfrage unter Plastischen Chirurgen: 700.000 Eingriffe pro Jahr, Gewebeunterfütterungen im Trend
Die häufigsten ästhetischen Operationen in Deutschland seien Gewebeunterfütterung mit Fremdmaterial oder Eigenfett, Injektionen mit Botolinumtoxin und Fettabsaugung. Auf Platz 4 Lidstraffung, weiter Brustvergrößerung, Brustverkleinerung, Nasenkorrektur, Bauchdeckenstraffung, Ohrkorrektur sowie Bruststraffung. Auf Platz 11 Facelift, Korrektur der Gynäkomastie, Stirnlift, Oberarmstraffung, Oberschenkelstraffung, Bodylift, auf Platz 17 dann Kinnvergrößerung.
Diese Trends würden sich weitgehend mit denen der International Society of Aesthetic Plastic Surgery decken, erklärte Dr. Marita Eisenmann-Klein aus Regensburg, Vize-Generalsekretärin der IPRAS, des Weltverbandes der Plastischen Chirurgen. International steht die Injektion mit Botolinumtoxin auf Platz 1, gefolgt von der Gewebeunterfütterung auf Rang 2. Auf Platz 3 kommt dann auch international als häufigster chirurgischer Eingriff die Fettabsaugung.
Im internationalen Vergleich steht Deutschland bei den Gesamtzahlen ästhetischer Eingriffe auf dem 6. Platz nach den USA, Mexiko, Brasilien, Japan und Spanien. Der Anteil an Kindern und Jugendlichen liegt in Deutschland unter 10%, wobei hier die Korrektur abstehender Ohren weitaus am häufigsten vorkommt.
Entgegen anderen Trendmeldungen kann die Zunahme ästhetischer Eingriffe bei Männern nicht bestätigt werden. Der Anteil liegt bei 12,5%. Allerdings sinkt die Zufriedenheit der Männer mit ihrem Aussehen: 1972 waren es in den USA 85%, 2001 nur noch 57%.
Weiter wurden neueste Ergebnisse aus der sozialpsychologischen Forschung zum Thema "Sind schöne Menschen erfolgreicher im leben?": Studien mit Neugeborenen (zwischen 14 und 151 Stunden alt) zeigen, dass die Babys attraktive Gesichter bevorzugen.
Eine Metaanalyse aus 20 Studien, an denen insgesamt 1.182 Kinder teilnahmen, belegte, dass attraktiven Kindern zu 74% eine akademische Laufbahn zugetraut würde, während dies bei nur 26% der unattraktiven Kinder der Fall sei. Gutaussehende Kinder würden als Spielkameraden bevorzugt, gutaussehende Schüler werden von Lehrern stärker gefördert und auch von anderen Schülern hinsichtlich ihrer Schulleistung höher eingeschätzt.
© Medizinische Enzyklopädie 2010

