09.02.2005 - Säuglings-Ernährung: Woraus besteht der erste Brei?

Experten-Interview: Sind Fertigprodukte fürs Baby geeignet? Kann ich mein Baby auch vegetarisch oder vegan ernähren?

Nach knapp einem halben Jahr reicht Milch als Mahlzeit für ein Baby nicht mehr aus. Das Baby befindet sich im Wachstum, ist aktiver, wird schneller hungrig und benötigt weitere Nährstoffe. Was sollte ein Baby als erste Breimahlzeit bekommen?

Ab wann sollte ein Säugling die erste Breimahlzeit bekommen und woraus besteht der erste Brei?

Ein Baby sollte seinen ersten Brei ab dem fünften bis siebten Lebensmonat erhalten. Der Brei wird erst zugefüttert und ersetzt später eine ganze Milchmahlzeit. Empfehlenswert ist ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Dieser liefert wertvolle Vitamine, Eisen, Zink und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Damit der Säugling sich nach und nach an neue Lebensmittel gewöhnen kann, sollten Sie neue Lebensmittel nur schrittweise und behutsam geben. Beginnen Sie zunächst mit einem reinen Gemüsebrei wie beispielsweise Karottenbrei, der gut verträglich ist. Nach ungefähr ein bis zwei Wochen, wenn der Säugling sich an diese Kost gewöhnt hat und die ersten Schwierigkeiten mit der Löffelfütterung überwunden sind, kommen weitere Zutaten hinzu: erst ein Gemüse-Kartoffel-Brei mit Fettzusatz, zum Beispiel etwas Rapsöl, und dann ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei.

Sollte ich den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei selbst machen oder sind Fertigprodukte ebenso gut?

Das hängt davon ab, welche Kriterien Sie setzen. Fertigbreie sind hygienisch verpackt und praktisch frei von Schadstoffen. Kommerzielle Produkte unterliegen den hohen gesetzlichen Qualitätsansprüchen für diätetische Lebensmittel, zu denen auch die Säuglingsnahrung zählt. Auch alle anderen Lebensmittel werden amtlich überwacht und können daher zur Selbstherstellung von Breien genutzt werden. Ein wesentlicher Vorteil der selbst gemachten Breie ist der, dass Sie selbst bestimmen können, was hineinkommt. Sie können so auf Zucker oder Salz gänzlich verzichten. Auch geschmacklich sind selbsthergestellte Breie besser. Ihre Herstellung ist relativ preiswert. Es kostet natürlich etwas mehr Zeit und verursacht einen höheren Aufwand als das Öffnen eines Gläschens.

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Kann auch ein Obstbrei schon zu Beginn gegeben werden?

Ein Obstbrei sollte nicht als erste Breimahlzeit gegeben werden, da nur über den Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei die benötigte Menge an Eisen zugeführt und im Darm resorbiert werden kann. Zur Gewöhnung an die Fütterung mit dem Löffel kann aber zunächst anstelle Karottenbrei auch Bananenbrei oder geriebener Apfel gegeben werden. Nach und nach wird die Portion größer und ersetzt dann eine komplette Milchmahlzeit pro Tag. Als zweite Breimahlzeit, die wiederum eine Milchmahlzeit am Tag ersetzt, sollte nach ungefähr einem Monat ein Vollmilch-Getreide-Brei und dann als drittes ein milchfreier Getreide-Obst-Brei eingeführt werden. So werden schließlich drei Milchmahlzeiten pro Tag durch Breimahlzeiten ersetzt. Die restlichen Mahlzeiten werden wie gewohnt als Milchmahlzeit gegeben.

Kann ich mein Baby auch vegetarisch oder vegan ernähren?

Eine vegane Ernährung ist für Säuglinge definitiv nicht geeignet. Es besteht ein hohes Risiko für einen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen, Vitamin B12 und Calcium. Wenn Sie darauf achten, dass Ihr Baby genügend Eisen bekommt, können Sie es allerdings vegetarisch ernähren. Dazu ist es wichtig, besondere Kenntnisse über die Lebensmittelauswahl zu besitzen.

Die Verfügbarkeit von Eisen aus Fleisch ist am Besten. Bei einer vegetarischen Ernährungsweise ist eine Beikost aus eisenreichem Vollkorngetreide wie beispielsweise Haferflocken und Vitamin-C-reichen Säften oder Gemüse wie Broccoli oder Blumenkohl empfehlenswert. Das Vitamin C fördert die Aufnahme des Eisens aus pflanzlichen Lebensmitteln.


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