15.03.2010 - Mumps: Durch Impfung vermeiden

Mumps durch Impfung vermeiden - Keine Assoziation mit Diabetes mellitus

Mumps (Parotitis epidemica) wird durch das zu den Paramyxoviridae gehörende Mumpsvirus verursacht. Diese weltweit vorkommende Virusinfektion verläuft in der Regel als akute, gutartige und selbstlimitierende Erkrankung. Bei Ungeimpften kann die Infektion in jedem Lebensalter auftreten. In der Vorimpfaera traten die meisten Infektionen zwischen dem 2. bis zum 15. Lebensjahr auf. Damit galt Mumps als eine typische Kindererkrankung.

Seit der Einführung der Masern/ Mumps/ Röteln-Impfung liegt die Inzidenz inzwischen bei 1,8 Erkrankungsfällen pro 100.000 Einwohner. In etwa 30 bis 40% verläuft die Infektion asymptomatisch.

Der Mensch ist das einzige Reservoir dieses Virus. Übertragen wird Mumps am häufigsten durch eine Tröpfcheninfektion, wobei der Kontagionsindex mit 0,8 hoch ist. Die Inkubationszeit beträgt 16 bis 18 Tage.

Daneben erfolgen Übertragungen auch durch kontaminierte Gegenstände, wie z. B. Spielzeuge. Die Ansteckungsgefahr besteht ab dem 6. Tag vor Ausbruch der Erkrankung bis etwa 9 Tage danach.

Landesweite Mumps-Epidemie in Großbritannien - Mumps durch Impfung vermeiden  (Illustration: mediXtra)

Klinisch zeigt Mumps eine große Variabilität der Symptomatik. Am häufigsten tritt eine ein- oder beidseitige Parotitis neben Fieber auf. Oftmals sind zudem die anderen Speicheldrüsen befallen. Eine der wichtigsten Manifestationen ist die aseptische Meningitis. Hierbei kommt es zu einer Pleozytose des Liquors. Da die Meningitis auch als einziges klinisches Symptomatik auftreten kann, muss bei Ungeimpften stets auch an die Möglichkeit einer Mumpsinfektion gedacht werden.

Ein weiteres Organsystem, das im Rahmen einer Mumpsinfektion beteiligt sein kann, ist das Pankreas. Es kommt dabei zur Pankreatitis, die klinisch mit abdominellen Schmerzen, Erbrechen, Steatorrhoe, Glykosurie und Azotonurie einhergehen kann. Entgegen früherer Annahmen besteht zwischen der Mumpsinfektion und dem Diabetes mellitus Typ 1 keine Assoziation. Bei Jungen kann es zudem zu einer Epididymitis und Orchitis kommen. Diese Komplikation ist bei Kleinkindern selten. Bei Adoleszenten und jüngeren Erwachsenen wird die Orchitis hingegen wesentlich häufiger beobachtet. Selten resultiert eine Hodenatrophie.

Weitere seltene Komplikationen sind die Thyreoditis, Oophoritis, Uveitis, Myokarditis, Nephritis, Arthritis und Enzephalitis. Mit einer Inzidenz von 1:10000 kann es nach einer Mumpsmeningitis zur Innenohrschwerhörigkeit kommen. Residualschädigungen nach Enzephalitis, wie z. B. Hemiparesen, sind bekannt. Bei einer Infektion im I. Trimenon wird eine erhöhte Abortrate beobachtet. Infektionen in späteren Gestationsstadien führen hingegen zu keinen embryopathischen Schädigungen.

Die Diagnose einer Mumpsinfektion lässt sich serologisch durch den Nachweis von spezifischen Antikörpern bestätigen. Hierfür stehen in den meisten Labors immunologische Tests zur Verfügung. Es muss jedoch betont werden, dass die serologische Diagnostik einer Mumpsinfektion in Anbetracht der hohen Durchimpfrate heute nur selten indiziert ist.

Virusnachweis oder PCR zum Nachweis viraler RNA sind in der Diagnostik dieser Infektion nur selten notwendig. Eine Therapie erfolgt ausschließlich symptomatisch.

Laut den Empfehlungen der STIKO sollten alle Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten mit der Masern,  Mumps, Röteln, Varizellen-Vakzine geimpft werden. Bis zum Ende des 2. Lebensjahres sollte auch die zweite Masern/ Mumps-Röteln-Impfung erfolgt sein. Die Mumps-Komponente enthält den Virusstamm Jeryl Lynn als Antigen. Die Impfung induziert eine humorale als auch eine zelluläre Immunität. Auch in Kombination mit Masern und Röteln bzw. Masern, Röteln und Varizellen sind die Impfstoffe in allen Altersklassen sehr gut verträglich und verursachen keine nennenswerten Komplikationen. Auch bei Erwachsenen kann diese Impfung problemlos angewendet werden. Diese Frage stellt sich oftmals vor Langzeitaufenthalten in den USA und Kanada, da hier z. B. für Studenten, eine Impfung gefordert wird. Die Dauer des Impfschutzes ist nicht genau bekannt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass der Impfschutz vermutlich lebenslang sein dürfte.


(Prof. Dr. med. Tino F. Schwarz, Gelbfieber-Impfstelle, Facharzt für Labormedizin, Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Würzburg/ Schlußredaktion: Dr. Andreas Nitsche Robert Koch-Institut, Zentrum für Biologische Sicherheit).

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