03.02.2005 - Count calories, not carbs!

Amerikanische Regierung stellt neue Ernährungsempfehlungen vor

Die Gesundheit fördern und das Risiko von chronischen Erkrankungen durch Ernährung und Bewegung reduzieren -  so lauten die Ziele der neuen amerikanischen Ernährungsempfehlungen. Der amerikanische Minister für Gesundheit, Tommy G. Thompson, und die US-Ministerin für Landwirtschaft, Ann M. Veneman, stellten im Januar die 6. Ausgabe der Ernährungsempfehlungen für Amerikaner vor, die einen größeren Schwerpunkt auf Kalorienreduktion und Sport legt.

Das ist vor allem vor dem Hintergrund der stetig wachsenden Zahl von Übergewichtigen in Amerika von Bedeutung. Beinahe zwei Drittel der amerikanischen Bevölkerung ist übergewichtig beziehungsweise adipös und mehr als die Hälfte treibt zu wenig Sport.

Die Ernährungsempfehlungen basieren auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und sehen folgende Eckpunkte vor:

- Abwechslungsreiche Ernährung mit nährstoffreichen Lebensmitteln und nur begrenzter Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren, Cholesterin, Zucker, Salz sowie Alkohol.

- Pro Tag rund 480 Gramm Obst und 600 Gramm Gemüse und dabei eine möglichst große Bandbreite an Obst- und Gemüsesorten. 

- Mindestens die Hälfte der verzehrten Getreideprodukte sollten aus Vollkorn bestehen.

- Täglich fettfreie oder fettarme Milch und Milchprodukte konsumieren.

- Die tägliche Fettzufuhr sollte nicht über 20 bis 35% der Kalorienaufnahme liegen und zum größten Teil aus mehrfach und einfach ungesättigten Fettsäuren bestehen.

- Ballaststoffreiche Lebensmittel bevorzugen.

Eine grundlegende Prämisse der neuen amerikanischen Ernährungsempfehlungen ist, dass der Bedarf an essenziellen Nähr- und Wirkstoffen in erster Linie durch ausgewogene Ernährungsweise zu decken ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann jedoch auch der Verzehr von angereicherten Lebensmitteln oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein.

Ein Beispiel dafür sind Frauen, die schwanger werden könnten oder im ersten Trimester schwanger sind: Ihnen wird geraten, die tägliche Folsäurezufuhr zusätzlich zur normalen Ernährung durch angereicherte Lebensmittel oder Supplemente sicher zu stellen.

Die neuen Ernährungsempfehlungen sind durch Angaben in "cups" (ca. 240 Gramm) und "ounces" (ca. 30 Gramm) praxisorientiert und benutzerfreundlich. Sie sind außerdem der neue Standard für die Verpflegung in Schulen und für andere öffentlich finanzierte Verpflegungsprogramme und erreichen somit einen Großteil der amerikanischen Bevölkerung.

Als nächster Schritt steht die Überarbeitung der bislang in Amerika gültigen Ernährungspyramide unter Einbeziehung der neuen Erkenntnisse und Empfehlungen an. Das neue Modell soll noch in diesem Frühjahr präsentiert werden (Daniela Rösler, Diplom Oecotrophologin).

© Medizinische Enzyklopädie 2010