05.12.2004 - Basel II: Neue Herausforderungen für den niedergelassenen Arzt
Basel II macht den Arzt zum Unternehmer
Hintergrund Basel II
Das Konsultationspapier des "Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht" liegt nun in seiner endgültigen Fassung vor. Der breiten Öffentlichkeit ist der Begriff "Basel II" geläufiger. Ziel dieser ab 2006 geltenden Richtlinie ist die Stabilisierung der Weltfinanzlage, denn das Abkommen wird in über 100 Ländern weltweit in nationales Recht umgesetzt.
Warum soll die Arztpraxis bewertet werden?
Basel II verlangt von den Kreditinstituten eine strenge und strukturierte Beurteilung der Kreditwürdigkeit - das Rating - nicht nur von Unternehmen, sondern auch von Arztpraxen.
Die Banken bewerten zum Zweck der Risikominimierung schon seit Jahren ihre Kreditnehmer. Das bankinterne Rating wurde damit natürlich nicht erst durch Basel II erfunden. Die Bewertung erfolgte bislang aber lediglich auf Basis betriebswirtschaftlicher Faktoren, den so genannten "hardfacts".
Im Zuge des Ratings nach Basel II werden darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Faktoren berücksichtigt, wie zum Beispiel die Kundenbeziehungen zwischen Arzt und Bank, die wirtschaftlichen Verhältnisse und Entwicklungen der Arztpraxis sowie die Qualitäten des Arztes als Unternehmer.
Konsequenzen für Arzt und Bank
Aus dem Rating-Prozess ergibt sich die Höhe der Eigenkapitalhinterlegung, die von den Banken, je nach Risiko des Kreditengagements, als Sicherheit hinterlegt werden muss. Für die Banken erhöhen sich die Finanzierungskosten immer dann, wenn die individuelle Risikoeinstufung eines Kreditnehmers ungünstig ausfällt. Diese erhöhten Kosten wird die Bank an den Kreditnehmer mit schlechter Bonitätseinstufung weitergegeben.
Bedeutung für den Arzt
Die neuen Kreditvergaberichtlinien bedeuten für die niedergelassenen Ärzte eine vertiefte und rechzeitige Auseinandersetzung mit der betriebswirtschaftlichen Seite der Arztpraxis. Die Firma MediRATE hat sich zum Ziel gesetzt, die niedergelassenen Ärzte bei der Herausforderung Basel II zu unterstützen. Durch eine ganzheitliche und neutrale Praxisanalyse will MediRATE dem Arzt die betriebswirtschaftliche Seite seiner Praxis näher bringen. Dabei werden sowohl die harten als auch die weichen Faktoren berücksichtigt.
Im Rahmen der Analyse bezieht MediRATE darüber hinaus aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen mit in die Bewertung ein. Im Zuge dessen sollen dem Arzt die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten einer externen Ratinganalyse nutzbar gemacht werden.
Was wird bewertet?
Bewertet werden unter anderem Hard- und Softfacts:
Hardfacts
| Softfacts
|
Die harten Faktoren bewerten vorwiegend das Finanzrisiko, während die weichen Faktoren das Geschäftsrisiko der Praxis beurteilen.
Darüber hinaus werden im Rahmen der Bewertung die Qualitäten des Arztes als Unternehmer sowie die Nachfolgeregelung der Praxis berücksichtigt. Besonders die Nachfolgeregelung gewinnt immer stärker an Bedeutung. Möchte der Arzt seine Praxis veräußern, wird die Bank dem Käufer nur dann einen Kredit zu akzeptablen Konditionen einräumen, wenn zuvor die Praxis ein gutes Rating erhalten hat.
Allgemein werden die Kreditzinssätze für Ärzte mit guter Bonität und guten betriebswirtschaftlichen Rahmendaten tendenziell günstiger, während sich im Umkehrschluss für Ärzte mit schlechtem finanziellen Background diese Konditionen verschlechtern.
Mehrwert für die Arztpraxis
Durch eine neutrale und ganzheitliche Praxisanalyse und somit eine Bewertung der Zukunftsfähigkeit der Praxis hilft die externe Bonitätsbeurteilung durch die Analysten der MediRATE dem Arzt bei der Entdeckung neuer Möglichkeiten und Wege im Praxismanagement. Die Beurteilung erfolgt insbesondere unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen.
Die mit dem externen Rating verbundene Stärken-Schwächen-Analyse zeigt dem Arzt die Verbesserungs- und Chancenpotenziale seiner Praxis auf und ermöglicht ihm so, rechtzeitig Änderungen vorzunehmen und neue Wege zu beschreiten.
Durch ein externes Rating hat der Arzt darüber hinaus die Möglichkeit, sich auf den internen Rating-Prozess der Banken optimal vorzubereiten, so dass deren Anforderungen am Stichtag "problemlos" erfüllt werden können. Eine gute Vorbereitung verschafft Sicherheit und ermöglicht dem Arzt mit der Bank auf gleicher Augenhöhe zu verhandeln.
Insgesamt werden mit Hilfe der Auswertung interne Praxisrisiken identifiziert, analysiert und geeignete Maßnahmen vorgeschlagen, welche die Zukunftsfähigkeit der Arztpraxis sicherstellen sollen.
Mehrwert - auch für den Steuerberater des Arztes
Der Steuerberater wird in Zukunft nicht mehr alleine arbeiten können. Zur ganzheitlichen Betreuung seiner Mandanten wird er mit Spezialisten aus den verschiedensten Bereichen zusammenarbeiten. Dazu zählen unter anderem neben Rechtsanwälten, Notaren und Unternehmensberatern, auch Rating-Analysten sowie Rating-Advisor.
Weitere Informationen zum Thema Steuerberatung und Basel II sowie Verzeichnis von spezialisierten Steuerberater-Kanzleien: http://www.de-steuerberater.de/