Soziale Ausgrenzung und Armut durch Krankheit oder Behinderung, zunehmender finanzieller Druck auf die Gesundheits- und Sozialsysteme und ein wachsender Fachkräftemangel in Deutschland – bei der Lösung dieser aktuellen gesellschafts- und sozialpolitischen Herausforderungen kann die Rehabilitation einen bedeutenden Beitrag leisten. Sie bietet schon heute wirksame und richtungweisende Verfahren und stellt sich aktiv, konstruktiv und innovativ neuen Entwicklungen.
Vier konkrete, aktuelle Handlungsfelder stehen im Fokus des Reha-Tages 2010: Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, das Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung, die Sicherung des Gesundheits- und Sozialsystems auch bei einer steigenden Zahl älterer und gesundheitlich mehrfach beeinträchtigter Menschen und der drohende Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Der Reha Tag will zeigen, dass die Rehabilitation schon jetzt auf die größtmögliche Selbstbestimmung und Inklusion betroffener Menschen abzielt. Sie trägt dazu bei, dass Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können, dass Armut und Ausgrenzung als Folge von Krankheit und Behinderung vermieden wird, sie wirkt mit ihren vernetzten und flexiblen Rehabilitationsmodellen integrativ und präventiv und hilft, leistungsfähige Fachkräfte zu erhalten. Reha rechnet sich auch ökonomisch, denn Milliarden an Renten- und Sozialleistungen werden durch rechtzeitige Rehabilitation vermieden.
Vor diesem Hintergrund will der Deutsche Reha-Tag ins Bewusstsein rufen, dass Rehabilitation gesellschaftlich unerlässlich ist und als gesetzlicher Auftrag erhalten und ausgebaut werden muss. Denn nur unter optimierten gesetzlichen Rahmenbedingungen und einer leistungs-, erfolgs- und qualitätsgerechten Vergütung kann die Innovationskraft der Rehabilitation zum Wohl des Einzelnen und der Gesellschaft erhalten und nachhaltig gesichert werden.