05.01.2005 - Erfolgsmodelle von Geburtskliniken im Test

Geburtskliniken spielen in der Oberliga beim Leistungswettbewerb im Gesundheitswesen

Mehr als 300 Geburtsspitäler in Europa haben in den letzten 11 Jahren mit über 30.000 Wöchnerinnen-Befragungen beim Benchmarking-Klassiker "Ideale Geburtsklinik" des Institut Prof. Riegl, Augsburg teilgenommen und profitiert.

Nun ist nach Ansicht führender Geburtshelfer die Zeit reif für eine aktuelle Neuauflage dieser motivierenden edukativen Vergleichsstudie. Geburtskliniken arbeiten in hart umkämpftem Terrain. Die "Kultur des Gebärens" und die Rahmenbedingungen haben sich verändert:

- Die Geburten weisen im Jahr 2004 Rückgänge von bis zu 9 % auf, vor allem in den alten Bundesländern (Geburtenrückgang 2003:  – 7 %). Der Geburten-Crash führt zu Verdrängungswettbewerb. Zugleich steigt der Leistungswettbewerb mit Hausgeburten, Geburtshäusern oder mit Rosinen-Pickern.

- Niedrig angesetzte Geburts-Fallpauschalen (DRGs) lösen Leistungsfehlsteuerung aus. Kliniken benötigen, um sozialen und ethischen Prinzipien treu bleiben zu können, ein günstiges Case-Mix mit selbstbestimmten Fällen.

- Inzwischen gibt es ca. 65.000 Frühgeburten p.a. (= ca. 9 %) mit steigender Tendenz (+ 0,8 % p. a.) und mit immer anspruchsvollerem Wehen- und Tokolyse-Management zur Reduktion der Risiken für Mutter und Kind. Frühgeburten kosten in Deutschland ca. 890 Mio. Euro p.a. und die Life-Kosten nach einer Frühgeburt liegen nach Studien bei 600.000 Dollar.

- Sectio Raten sind auf die erstaunliche Höhe von 30% und mehr in einzelnen Kliniken angestiegen. Experten prophezeien 50% Sectio Raten. Moderne partizipative Entscheidungsfindungen (Shared Decision Making) mit aufgeklärten Gebärenden sind daran nicht unbeteiligt.

- Immer neue Wellen der Dienstleistungs- und Kundenorientierung wie z. B. Wassergeburten, Bonding  und professionelle Stillfreundlichkeit, avancieren zu reputablen Qualitätsphilosophien. Kritische Controller fordern jedoch Erfolgsbelege.

- Wunschkinder und Wunschgeburten entsprechen dem neuen Zeitgeist. Der Liebhaberwert gesunder Kinder steigt. Erfolgszwänge in der künstlichen Befruchtung (hohe Baby Take Home Rate) und zunehmende finanzielle Eigenleistungen von Kinderwunsch-Paaren für IVF-Behandlungen könnten zu bedenklichen "Mehrlingsepedemien" (FAZ 17.9.04) führen.

Überleben kann nur, wer entsprechend seinen echten Kernkompetenzen einzigartig, unverzichtbar und unaustauschbar ist. Hierzu brauchen Geburtshelfer exakte Management-Vergleichsdaten (Benchmarks) zur Entwicklung von "Geburtskliniken als Qualitätsmarken".

Pro Einrichtung bringen es bei diesem innovativen Zufriedenheitsmanagement jeweils 150 Wöchnerinnen und fünf Klinikinsider auf den Punkt, wie die Klinik dasteht. Dazu kommt der anonyme Vergleich zu Geburtskliniken der Region (via 500 Wöchnerinnen-Beurteilungen) zum Beispiel auf folgenden Gebieten:

- Beste Selbstdarstellungsmöglichkeiten zur Belegungs- und Standortsicherung.
- Optimale Informationsveranstaltungen für werdende Eltern.
- Modernes Wehen- und Frühgeburten-Management.
- Umgang mit (Wunsch-)Sectio-Fällen und die Beliebtheit von Wahlleistungen für alle Versicherten rund um die Geburt.
- Professionelles Kreißsaal-Management als die Marken-Kernqualität beim großen Geburtsereignis.
- Bonding und herausragende Stillfreundlichkeit als strategischer Wettbewerbsvorteil.
- Faszinationswirkung des Geburtshelfer-Teams auf Frauen und Partner.
- Fachkompetente Dienstleistungs-Qualität des unter DRGs auf wenige Tage reduzierten Aufenthalts auf der Wöchnerinnenstation.
- Perfektes Nachsorge-Netzwerk (die integrierte Versorgung) mit Rundum-Betreuung junger Mütter sowie - alle Facetten des Qualitäts- und Risk-Managements in der Geburtshilfe.

Benchmarking will dazu beitragen, Gebärende und Geburtskliniken  - trotz erschwerter Rahmenbedingungen  - zu Gewinnern zu machen.

Als Einstieg in das besondere Qualitätsmanagement der Geburtskliniken empfehlen wir die Lektüre "Ideale zukunftssichere Geburtsklinik", die als Klinikstudie nach dem ersten Benchmarking für Geburtskliniken erschienen ist und immer noch aktuell als Grundlage für Marketingprogramme angewandt wird.

Beim Lernen von den Besten oder beim Erkennen von sich selbst als Bestem (= Benchmarking II) geht es u.a. um folgende Kernkompetenzbereiche:  

-  die besten Werbewege zur Standort- und Belegungssicherung von Geburtskliniken (auch mit Bewertung der neuen Internetnutzung) 
-  die Optimierung von Informationsveranstaltungen für Schwangere und Partner
 - das moderne Wehen- und Frühgeburten-Management
- die steigenden (Wunsch-)Sectioraten sowie die Beliebtheit von Wahlleistungen für alle Versicherten rund um die Geburt
- das professionelle Kreißsaal-Management als Marken-Kernqualität beim großen Geburtsereignis
 - das Bonding und die Wirkung herausragender Stillfreundlichkeiten als  strategischer Wettbewerbsvorteil von Geburtskliniken
- die Faszinationswirkung des Geburtshelfer-Teams auf Frauen
- die fachkompetente Dienstleistungs-Qualität des unter DRGs auf wenige Tage und Stunden minimalisierten Aufenthalts auf Wöchnerinnenstationen
- das perfekte Nachsorge-Netzwerk (Integrierte Versorgung) mit Rundum-Betreuung junger Mütter
- alle Facetten des Qualitäts- und Risk-Management in der Geburtshilfe.


Auch Geburtskliniken ohne benachbarte Kinderkliniken und ohne Perinatalstatus können "Excellence" bei Schwangeren und Gebärenden genießen. Die einen vollbringen ihre "Best Practice" mit mehr High Tech, die anderen mit mehr High Touch. Angesichts sinkender Geburtenzahlen, neuer Entgeltsysteme (DRGs), genereller Ökonomisierung im Gesundheitswesen und wachsenden Ansprüchen der Schwangeren braucht jede Geburtsklinik exakte Management-Daten um die eigene Einzigartigkeit, Unverzichtbarkeit und Unverwechselbarkeit im Wettbewerb um ideale Geburtsfälle zu beweisen. 

Genau diese Qualitätsanalyse mit dem entscheidenden regionalen Wettbewerbsüberblick bietet auf geniale Weise die aktualisierte Neuauflage des legendären Benchmarking I "Ideale Geburtsklinik" aus dem Institut Prof. Riegl. 30.000 Wöchnerinnen-Evaluationen haben in den letzten 11 Jahren seit 1993 Klinikchefs geholfen, in mehr als 300 Spitälern Europas ihre Trends und Erfolgsgeheimnisse in der stationären Geburtshilfe zu entschlüsseln.

Wer zu den Gewinnern unter den Geburtkliniken zählt, setzt sich gegen den Trend bei den Klinikwählerinnen durch, profitiert vom zunehmenden Liebhaberwert der Kinder und trifft den Zeitgeist der Schwangeren, die beim freudigen Ereignis immer weniger dem Zufall überlassen. Viele Geburtskliniken sind in den letzten Jahren extrem besser geworden, aber die Ansprüche der Schwangeren steigen noch schneller.

Deshalb gilt: Wer aufhört besser zu werden, ist bald nicht mehr richtig gut.