28.04.2005 - Die Montignac-Methode – Essen und dabei abnehmen?

Von zentraler Bedeutung bei der Montignac-Methode ist der glykämische Index wie bei der Glyx-Diät

Der französische Politik- und Wirtschaftswissenschaftler Michel Montignac setzt bei der nach ihm benannten Methode zur Gewichtsreduktion auf die "richtigen" Kohlenhydrate. Diese können nach bestimmten Regeln mit protein- und fetthaltigen Lebensmitteln kombiniert werden. Von zentraler Bedeutung bei der Montignac-Methode ist der glykämische Index (GI), der beispielsweise auch für die Glyx-Diät die Grundlage bildet.

Der GI beschreibt die Blutzuckersteigerung nach dem Verzehr eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels. Ein hoher Blutzucker führt dazu, dass auch die Konzentration des von der Bauchspeicheldrüse produzierten Hormons Insulin, das den Zucker in die Zellen schleusen soll, im Blut ansteigt. Ein hoher Insulinspiegel hat wiederum negative Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel, die eine Gewichtsreduktion erschweren.

Die Montignac-Methode ist in zwei Phasen unterteilt. Zunächst sollen die Abnehmwilligen einen deutlichen Erfolg auf der Waage sehen und die Funktion ihrer Bauchspeicheldrüse regulieren. Danach ist das Ziel eine Stabilisierung des Gewichts. Während in der ersten Phase ausschließlich Lebensmittel mit einem sehr niedrigen GI verzehrt werden, sind in der zweiten Phase auch Ausnahmen erlaubt, das heißt es sind auch Lebensmittel mit einem etwas höheren GI gestattet, wenn es durch Produkte mit einem sehr niedrigen GI innerhalb einer Mahlzeit zum Ausgleich kommt.

Von der Montignac-Methode ist aus ernährungsphysiologischer Sicht abzuraten. Die Berücksichtigung des GI trägt zwar aktuellen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung, doch gerade in Bezug auf den GI sind auch noch viele Fragen offen. Werte für den GI sind bislang meist für einzelne Lebensmittel vorhanden, doch bei zusammengesetzten Mahlzeiten ist der GI in der Regel niedriger als beim isolierten Lebensmittel.

Ebenso ist die Ermittlung des GI schwierig, da die individuelle Schwankungsbreite sehr hoch ist. Positiv bei der Montignac-Methode ist zwar die Konzentration auf günstige Kohlenhydratquellen wie Vollkornprodukte, Gemüse und Obst, doch das Verhältnis von gesättigten zu ungesättigten Fettsäuren ist eher schlecht. Zudem ist die Purin-Zufuhr bei der Montignac-Methose zu hoch (Daniela Rösler, Diplom Oecotrophologin).

© Medizinische Enzyklopädie 2010