Jährlich erleiden in Deutschland 150.000 Menschen eine Schlaganfall. Die so genannte Apoplexie ist in westlichen Industrieländern die dritthäufigste Todesursache. Die meisten Schlaganfälle treten zwischen dem 65. und 85. Lebensjahr auf. In etwa 80% der Fälle kommt es dabei zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn, in etwa 15% zu einer Gehirneinblutung.
Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für bleibende Schäden wie beispielsweise Lähmungen, Erblinden oder Sprachstörungen. Er zieht auch psychische Probleme wie etwa Depressionen oder Angststörungen nach sich.
Ein schwerer Schlaganfall ist eine Katastrophe sowohl für Betroffene als auch deren Familien und belastet das Gesundheits- und Sozialsystem erheblich. Doch die Versorgung hat sich in den vergangenen Jahren verbessert: "Noch vor 20 Jahren war der Schlaganfallpatient das ungeliebte Kind der Medizin, der in die Ecke geschoben wurde und seinem Schicksal als endgültiger Fall entgegendämmerte", sagen die Neurologen Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen, Professor Dr. med. Werner Hacke, Heidelberg, und der Neuroradiologe Professor Dr. med. Michael Forsting, Essen.
Mittlerweile habe Deutschland eine optimale Infrastruktur zur Versorgung dieser Patienten, so die Herausgeber des Buches "Schlaganfall" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2004). Nur intensive Kooperation von Neurologen, Neuroradiologen, Internisten – insbesondere Kardiologen - Gefäßchirurgen und Kinderneurologen mache diese Fortschritte der vergangenen Jahre möglich.
Zudem entstand ein dichtes Netz spezialisierter Schlaganfallstationen.In dem Buch gehen Experten aus den verschiedenen Fachgebieten auf neueste Behandlungsstrategien, Diagnostik und Therapie des akuten Schlaganfalls, Gehirnblutung, Ursachen, Prävention und Rehabilitation ein. Differenzialdiagnose, Komplikationen und Epidemiologie sind ebenso Thema wie Hirngefäßerkrankungen in der Schwangerschaft oder auch Schlaganfall im Kindesalter.
Zu den häufigen Problemen nach einem Schlaganfall gehören unter anderem auch Depressionen. Mehr als die Hälfte der Patienten leidet innerhalb der ersten 3 Monate nach dem "Hirninsult" darunter. Die Betroffenen sind antriebsarm und ihr Denken ist eingeschränkt - je stärker der Grad der körperliche Behinderung, desto stärker die Verstimmung.
"Dabei ist unklar, ob die Depression die Rehabilitation verlangsamt oder umgekehrt: die verzögerte Rehabilitation den Patienten depressiv stimmt", so Dr. med Oliver Kastrup, Essen, Autor des Kapitels "Schlaganfall und Depression". Für die meisten Patienten sei die Depression nach Schlaganfall jedoch vorübergehend. Etwa 60% der Betroffenen sind nach einem Jahr nicht mehr depressiv.
In dem Buch gehen Experten aus den verschiedenen Fachgebieten auf neueste Behandlungsstrategien, Diagnostik und Therapie des akuten Schlaganfalls, Gehirnblutung, Ursachen, Prävention und Rehabilitation ein. Differenzialdiagnose, Komplikationen und Epidemiologie sind ebenso Thema wie Hirngefäßerkrankungen in der Schwangerschaft oder auch Schlaganfall im Kindesalter... [mehr]